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Aachen: Domina-Prozess: Sieben Jahre hinter Gitter

Aachen : Domina-Prozess: Sieben Jahre hinter Gitter

Ein 54-Jähriger ist in Aachen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, weil er seine als Domina arbeitende Frau im Streit getötet hat.

Das Landgericht Aachen verurteilte den Mann am Freitag wegen Totschlags. Nach 28 Ehejahren habe er seine Frau im Streit um die bevorstehende Trennung getötet und dabei „bewusst brutal und massiv” auf das Opfer eingewirkt. Er habe die 48-Jährige mit einem Nudelholz am Kopf zunächst verletzt und ihr dann einen tödlichen Messerstich ins Herz versetzt.

Der Mann nahm das Urteil ruhig auf. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft gefordert. In seinem Geständnis vor Gericht hatte der Fotograf erhebliche Geldprobleme in der Ehe erwähnt. Beide Eheleute mussten nebenher dazuverdienen.

Die Krankenschwester jobbte erst als Küsterin im kleinen Eifelort Dahlem-Baasem. Nach privaten Besuchen des Ehepaars in Swinger-Clubs wechselte sie zur Prostitution. Zuletzt hatte sie neben ihrer Tätigkeit in einem Krankenhaus als Domina in einem Bonner Sex-Studio hinzuverdient.

Ihre Tätigkeit dort sei aber nicht der Auslöser für die Tat gewesen, betonte der Vorsitzende Richter Gerd Nohl.
Vielmehr habe sich der Verurteilte zunehmend von ihr abgewertet gefühlt. „Er litt erbärmlich unter der Trennungssituation”, hieß es in der Urteilsbegründung.

Ganz spontan habe er die Frau in der Nacht zum 2. März angegriffen. Sie habe ihm vorher eröffnet, dass die Trennung unwiderruflich sei. Zeugen hatten sie als kühl, distanziert und unnahbar beschrieben. Der Angeklagte hingegen galt als depressiv, sensibel, konfliktscheu. Wie der Vorsitzende Richter sagte, war der Mann „in gewisser Weise von seiner Frau abhängig”.