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Aachen: DNA-Spuren auf dem Elektroschocker

Aachen : DNA-Spuren auf dem Elektroschocker

Seit LKA-Biologe Christoph Leuker am Montag im Sitzungssaal der 5. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts sein Gutachten abgab, ist die Luft für den mutmaßlichen Vergewaltiger im Veltmanplatz-Prozess dünner geworden.

Meir Z. aus Heerlen, 49, wird vorgeworfen, im Februar eine Frau vergewaltigt, in den Monaten zuvor im kleinen Park nahe Aachens Studentenmeile drei Vergewaltigungen versucht zu haben.

Die DNA-Spuren sprechen eine eindeutige Sprache: Sperma des Angeklagten wurde beim Vergewaltigungsopfer nachgewiesen, die Wahrscheinlichkeit eines Irrtums liegt bei eins zu 11,9 Billionen. Am Prozesstag zuvor, erklärte Verteidiger Thomas Koll, habe sein Mandant sexuellen Kontakt mit dem Mädchen eingeräumt: „Er sagt, der Sex habe einvernehmlich stattgefunden.”

Zu den Zeitpunkten der drei anderen Taten sei er nicht in Aachen gewesen, erklärte der Anwalt. Aber auch jene Aussage wird durch weitere DNA-Spuren entkräftet.

Die von Z. eingesetzten Elektroschocker wurden in der Wohnung des Angeklagten gefunden, an ihren Griffen wies der LKA-Gutachter teilweise DNA-Spuren der Opfer nach. An einer Stoffbahn, mit der er ein Opfer gewürgt haben soll, findet sich Z´s DNA. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.