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Aachen/Düren: „Direkt ins Koma gefallen”

Aachen/Düren : „Direkt ins Koma gefallen”

Übel mitgespielt wurde zwei türkischen Jugendlichen im August 2001. Sie waren Opfer von brutalen Schlägen auf den Kopf in der Disko „Thema” in Düren-Merken. Beide, ein 25-Jähriger und sein etwa gleichaltriger Onkel, fielen damals ins Koma. Sie sagten am Freitag vor der Schwurgerichtskammer (Vorsitz Richter Dr. Gerd Nohl) aus.

Die Gewalttätigkeiten in jener Nacht zum Samstag begannen auf der Tanzfläche zwischen türkischen Gästen, verlagerten sich auf den Vorplatz, wo die Opfer (der Onkel wollte seinen Neffen zu Hilfe kommen) halbtot geschlagen wurden.

Nur schnellste medizinische Versorgung, erklärten gestern die behandelnden Ärzte, rettete das Leben der beiden.

Wer sich Aufschluss über die Täterschaft der Angeklagten, ein 35-jähriger Diskothekenbesitzer und seine drei Bodyguards, erhoffte, sah sich getäuscht. Denn anders als aus den Akten ersichtlich, konnten die beiden Opfer nicht genau sagen, wer auf sie losgegangen war.

Keine Konzentration

Der als erster unter den vermeintlichen Schlagstock-Attacken der Türsteher zusammengebrochenen Türke konnten vor Gericht nicht zusammenhängend die Vorgänge beschreiben. Er könne sich seitdem einfach nicht mehr richtig konzentrieren, gab der Zeuge an.

Sein Onkel hatte das Wissen über die Nacht aus zweiter Hand. Er selbst habe am Tresen geschlafen, sei vom Lärm aufgewacht, seinem Neffen zu Hilfe geeilt und niedergeschlagen worden: „Ich bin eigentlich aus dem Schlaf direkt ins Koma gefallen.”