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Die Hilfe nach dem Horror

Die Hilfe nach dem Horror

Aachen (an-o) - Neue Methoden und erfolgreiche Behandlungsansätze zur Verarbeitung von Traumata stellt ein Fachtagung am Samstag in Aachen vor. An der Fortbildungs-Veranstaltung können Ärzte, Psychologen wie auch Pädagogen und Sozialarbeiter teilnehmen.

"Die Diagnose posttraumatische Belastungs-Störung wird heute häufiger gestellt", wissen die Psychologinnen Christine Günther, Dagmar Schoop und Isolde Weber. Sie bereiten für den Verein "Psychologie und Gesundheit", dem rund 60 Therapeuten aus Stadt und Kreis Aachen angehören, die Tagung vor. "Was vor ein paar Jahren noch oft aus Unkenntnis als innerpsychische Neurose abgetan wurde, kann man heute viel genauer als Trauma definieren, das eine völlig andere Behandlungsmethode braucht."

Viele Erwachsene und Kinder müssen mit traumatischen Erlebnissen fertig werden. Unfälle, Katastrophen, Terroranschläge, sexueller Missbrauch und andere Gewalterfahrungen stellen hohe Belastungen dar. "Typische Trauma-Patienten der jüngsten Zeit sind zum Beispiel die Leute, die bei der Flutkatastrophe vor ein paar Monaten völlig hilflos ihre Habe dem reißenden Wasser überlassen mussten", berichtet Dagmar Schoop.

"Oft wissen die Patienten nicht genau, was mit ihnen los ist. Sie haben Schwierigkeiten, ihre Störungsgefühle einzuordnen und klagen über Unruhe, Schlafstörungen und Ängste", so Christine Günther. Isolde Weber ergänzt: "Auch bei Patienten mit Depressionen kommt gelegentlich eine länger zurückliegende Trauma-Erfahrung hoch. Viele besitzen Erinnerungs-Störungen und entdecken ein großes, schwarzes Loch, in dem das Trauma sich verstecken kann."

Themen und Anmeldung

Ein zweiter Schwerpunkt der "3. Aachener Fachtagung" des Vereins im Alten Kurhaus ist die Notfall-Psychologie. Dabei geht es unter anderem um die Reihenfolge von Maßnahmen und Techniken.

Dazu gibt es um 10.30 ein Referat, während die "Behandlung posttraumatischer Belastungssysndrome" ab 12 Uhr Thema ist. Workshops finden von 15 bis 18 Uhr statt. Die Teilnahme kostet 50 Euro. Anmeldung unter Ruf 0241 505356.