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Die Heimat ruft, die Formel 1 kommt

Die Heimat ruft, die Formel 1 kommt

Nürburgring (an-o) - Die Formel 1 kommt nach Hause. Nirgends ist dieser Spruch wahrer als beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring. Und das gilt erst recht am Sonntag.

Denn nicht nur die vier deutschen Fahrer kommen aus dem Dunstkreis der Eifelstrecke. Auch BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen ist bekennender Eifler aus Monschau und selbst das japanische Toyota-Team darf sich rund um die Nürburg wie Zuhause fühlen. Steht doch die Formel-1-Zentrale "nur eben die Straße runter in Köln", wie es der schwedische Teamchef Ove Andersson ausdrückt.

Und wie fühlt man sich daheim? "Es ist immer wieder aufs Neue schön, zum Nürburgring zu kommen", antwortet etwa Michael Schumacher. "Viele Leute denken, dass ein Heimrennen mehr Druck erzeugt, aber für mich gilt das nicht. Ich fühle mich im Gegenteil wohler", sagt der Kerpener. Daran ändern auch die Rücktrittsgedanken nichts, die der Ferrari-Pilot in der Zeitung "Die Welt" kund tat. "Wenn ich eines Tages einen Fahrerkollegen habe, der mich von der Strecke bläst, dann wäre es besser aufzuhören", so Schumacher. Obwohl der Wind in der Eifel einigermaßen heftig bläst, besteht diese Gefahr am Sonntag (14 Uhr/RTL live) sicher nicht. Schließlich kommt Schumacher als WM-Führender zum Nürburgring, wo er als erster Formel-1-Fahrer überhaupt den 1000. Punkt seiner Karriere einfahren kann. In 13 Jahren hat der 34-Jährige bislang 999 Zähler gesammelt.

Sein Bruder Ralf fährt nach zwei Trainingsbestzeiten in Monte Carlo und Kanada "besonders motiviert zu meinem Heim-Grand-Prix", wo der 27-Jährige erste Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung seines bis 2004 laufenden Vertrages bei BMW-Williams führen will.

150. Rennen für Frentzen

Weniger optimistisch ist die Stimmung derzeit in Mönchengladbach. Immerhin steht für Sauber-Pilot Heinz-Harald Frentzen ein Jubiläum an. Der 36-Jährige bestreitet auf dem Ring seinen 150. Grand Prix. Team- und Lokalkollege Nick Heidfeld bläst derweil Trübsal: "Ich habe nur einen einzigen Punkt. Das ist viel zu wenig." Dabei geht es am Sonntag auch um seine Zukunft. Denn im September läuft die letzte Option ab, die sein ehemaliges Mercedes-Team noch auf den 26-Jährigen hat. Trübe Aussichten, aber immerhin ist es "immer schön, in Deutschland zu fahren". Na dann, willkommen Zuhause.