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Aachen: Die geheimnisvolle Geschichte vom unerlösten Land der Seelen

Aachen : Die geheimnisvolle Geschichte vom unerlösten Land der Seelen

Ihre Sprache fasziniert, ihre Geschichte macht neugierig, das engmaschige Geflecht der Gedanken und Gefühle fordert alle Sinne: In ihrem zweiten Roman „Die Nacht des Eichhörnchens”, erzählt die Aachener Autorin, Musikerin und Performancekünstlerin Christiane Dénes, die am Sonntag, 29. April, 12.30 Uhr, im Space des Ludwig Forums (Jülicher Straße 97) liest, die Geschichte von Jeanne.

Die Malerin begegnet dem wesentlich älteren israelischen Schriftsteller Avram, und es entwickelt sich im Rahmen einer komplizierten Liebesgeschichte die tiefgründige Auseinandersetzung mit der deutsch-israelischen Geschichte, aber auch mit den Gegenwartsproblemen Israels, das Dénes nach vielen Einsichten ein „ewig unerlöstes Land” nennen wird.

Eine Israelreise vor zwölf Jahren bildet die Grundlage dessen, was Christiane Dénes jetzt zu einer Romanhandlung geformt hat. „Es waren erschütternde Erfahrungen, viele Gespräche, Gefühle von Trauer, Schuld und Vergebung”, erzählt sie. „Ich war krank, als ich nach Hause kam.” Die Erlebnisse dieser Tour hat sie im Tagebuch festgehalten und im Roman atmosphärisch verarbeitet. Wenn dabei der Name Jeanne an „Jeanne d´Arc” erinnert, ist das durchaus erwünscht:

„Auch sie ist naiv, abenteuerlustig, idealistisch und hörte Stimmen, eine Frau, die nicht erwachsen werden will”, so die Autorin, die den Buchtitel ihrem ersten und einzigen Gedicht in hebräischer Sprache entnommen hat. Deutlich leuchtet die Liebe zum Großvater aus allem, was Jeanne beschäftigt. Der „Fels in der Brandung”, der stets Trost und Weisheit bietet, spiegelt ihre Sehnsucht nach Geborgenheit. Hier hat Christiane Dénes im ansonsten fiktiven Handlungsverlauf dem eigenen Großvater ein literarisches Denkmal gesetzt.

Ihre Texte durchzieht eine Poesie des Verschleierns, der durchschimmernden Wahrheiten, trügerischen Hoffnungen, und schmerzlichen Verwundungen. Die Sätze tragen dabei einen geheimen Rhythmus - die Musikerin ist unverkennbar. „Ich schreibe spontan aus dem Unterbewusstsein”, erzählt sie. „Die Musik habe ich im Blut.” Winterkälte schneidet durch Seelenhaut, doch es wird nach allen Wirren doch wieder warm. „Wenn das Vergangene sauber aus den Mauerritzen der Wände gekratzt ist, wird Sommer sein”, sagen die Stimmen...