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Die ehemalige Sexgöttin züchtet heute Pferde

Die ehemalige Sexgöttin züchtet heute Pferde

Los Angeles. Sexy, blond und kühl - das war das Erfolgsrezept von Kim Novak, der „Sharon Stone der 50er Jahre”.

Mächtige Hollywoodbosse hatten das junge Fotomodell zur „Sexgöttin” hochstilisiert, Alfred Hitchcock machte sie unvergesslich.

Die Schauspielerin war gerade 24 Jahre alt, als sie in dem düsteren Thriller „Vertigo - Aus dem Reich der Toten” (1958) eine mysteriöse Doppelgängerin spielte.

Neben James Stewart jagte sie einem Millionenpublikum eine Gänsehaut ein. Doch weder damals noch heute fühlte sich die Schauspielerin in der Rolle des gefeierten Hollywoodstars wohl.

Kim Novak, die am Donnerstag ihren 70. Geburtstag feiert, grenzte sich schon früh von der Traumfabrik ab. „Sie wollten mich komplett verändern”, erinnerte sich die Schauspielerin später an ihre Hollywood-Jahre, „es war immer so, als müsste ich darum kämpfen, etwas von meinem wirklichen Ich zu zeigen.”

Aus Protest gegen die Vereinnahmung durch die Studios flüchtete sie schon früh gen Norden in die entlegene Hippie-Gegend um Big Sur. Mit ihrem zweiten Ehemann, einem Tierarzt, zog sie in den 80er Jahren von Kalifornien auf eine Ranch nach Oregon, um Pferde und Lamas zu züchten.

Als Marilyn Pauline Novak kam die Tochter tschechischer Eltern 1933 in Chicago zur Welt. Ihr Show-Talent stellte sie erstmals als „Miss Deep Freeze” auf einer Eisschrank-Werbetour quer durch die USA unter Beweis. In Hollywood jobbte sie kurz als Fotomodell und erhielt 1953 ihre erste Rolle in dem Streifen „Die lockende Venus” an der Seite von Jane Russell.

Harry Cohn, der Boss des Columbia Studios, entdeckte die talentierte Blondine und baute sie mit Erfolg zum neuen Star auf. Novak sollte die schwierige, langsam alternde Rita Hayworth ablösen, was ihr auch prompt gelang. Nach wenigen Filmen wie „Schachmatt” (1954) und „Eine glückliche Scheidung” (1954) wurde sie durch die Kinohits „Der Mann mit dem goldenen Arm” und „Picknick” bereits ein Jahr später zum internationalen Star.

Bei den Filmfestspielen in Cannes ließ sich Kim Novak 1956 als „Neuentdeckung” feiern. Ihre zwölf Columbia-Filme brachten dem Studio Millionengewinne und Novak den Ruf als Sexgöttin ein.

Für Schlagzeilen sorgten auch ihre Beziehungen zu Stars wie Frank Sinatra, Cary Grant, Sammy Davis Jr. und Ali Khan.