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Aachen: Die Droge im Visier: „Requiem For a Dream”

Aachen : Die Droge im Visier: „Requiem For a Dream”

Entgegen dem populären Film-Trend, selbst härteste Drogentrips als fröhlich-bunte Bilderfluten zu gestalten, nähert sich Darren Aronofsky mit „Requiem For a Dream” (USA 2000, 102 Min. FSK ab 16 OmU) der Realität von Abhängigkeit an.

Bei der Premiere in Cannes erschütterte der radikale Film Zuschauer emotional derart, dass sie reihenweise den Saal verlassen mussten.

Wer glaubt auch ernsthaft, bei Drogensucht gäbe es ein Happy End? In einer unerbittlichen Abwärtsspirale lässt Regisseur Darren Aronofsky mehrere Drogenschicksale zu Grunde gehen.

Die extreme Nahaufnahme einer Pupille, die sich im Crack-Flash weitet, ist noch faszinierender Bildrausch. Dann starten Crack-Head Harry und seine süchtige Freundin Marion (Jennifer Connelly) einen Dealerversuch, der mit Drogen im Kopf selbstverständlich schief geht.

Derweil hofft TV-Junkie Mrs. Goldfarb auf einen eigenen Auftritt in der Show ihres TV-Gurus. Vielleicht klappt es mit weniger Pfunden besser: Der Arzt verschreibt eine Pillen-Diät mit Speed und Tranquilizern, die jeden Junkie neidisch macht.

Ein mitreißender Stil und die seriellen Notenläufe des Kronos Quartetts machen den Horrortrip zum fesselnden Untergang. Mit ausgefeilter Bildgestaltung entwickelt Aronofsky erzählerische Gewalt.(Aachen, Atlantis)