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Aachen: Die „Biene” schlägt sich in den Ring durch

Aachen : Die „Biene” schlägt sich in den Ring durch

Damaris Muthoni lässt sich von nichts und niemandem aufhalten. „Es ist mein Traum, mich hier als Profi-Boxerin zu etablieren. Und im Leben musst du etwas versuchen”, steckt die Kenianerin ihre Beweggründe ab. Ihr Selbst-Versuch findet in Aachen statt.

Sich gegen Widerstände durchzusetzen, ist sie gewohnt. Nicht nur im Ring, den sie bei zehn Kämpfen sechsmal als Siegerin verließ (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen). „Ich habe ein starkes Herz, und das sagt mir, dass ich es machen muss.”

Das geht auch zu Lasten anderer Herzensangelegenheiten. Als sie sich 2000 entschied, Profi-Boxerin zu werden, ging ihr Freund auf Distanz. Die vergrößerte sich erst recht, als sie sich für Deutschland entschied. Nicht nur kilometermäßig. „Wir sprechen nicht mehr miteinander”, sagt die 29-Jährige leise. Und der eben noch so toughen Frau steigen die Tränen in die Augen. Auch ihre Familie machte keinen kollektiven Freudensprung, als Damaris den Flug in die Ungewissheit buchte. „Es ist mein Traum, es geht um meine Zukunft. Sie mussten mir Glück wünschen.”

Ihr Traum soll sich nun in Deutschland verwirklichen. Wenn es nach Mario Guedes geht, vor allem in Aachen. Dort soll sie sich bei einem Kampfabend im Oktober als Hauptkämpferin in die Herzen der Aachener boxen. Doch zuvor will sie die Mönchengladbacherin Ina Menzer in Karlsruhe das Fürchten lehren. Dabei muss sie nicht unbedingt auf ihren Kampfnamen „Nyuki” (die „Biene”) zurückgreifen. Die Übersetzung von Muthoni ist erschütternd genug: Schwiegermutter.