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Dido auf Tour: Ganz ohne Diva-Allüren in Düsseldorf

Dido in Düsseldorf : Ganz ohne Diva-Allüren

Seit rund15 Jahren war die englische Sängerin nicht mehr auf Tournee. Jetzt beweist die 47-Jährige in Düsseldorf, dass sie sich treu geblieben ist.

Rund 15 Jahre hat die Engländerin Dido, die 1996 als Backgroundsängerin bei Faithless ihre Karriere startete und dann mit Songs wie „White Flag“ oder „Life For Rent“ Welthits hatte, keine Konzerte mehr gegeben. Dies ist ein Zeitraum, der im schnelllebigen Popgeschäft eigentlich jeglichen Gedanken an ein Comeback verbietet. Mit ihrem Konzert vor gut 3000 begeisterten Fans in der bestuhlten Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle beweist die heute 47-Jährige, dass sie souverän da anschließen kann, wo sie einst aufgehört hat.

Richtig aufgehört hatte sie eigentlich nicht, denn auch in ihrer Elternzeit veröffentlichte sie regelmäßig Alben, ihr fünftes Studioalbum „Still On My Mind“ erschien im vergangenen März.

Locker mischt sie in Düsseldorf ältere Titel mit insgesamt acht neuen Songs, darunter „Hurricanes“, „Hell After This“, „Mad Love“ sowie das innige, ihrem Sohn gewidmete „Have to Stay“, und nur ganz selten ist anhand des Stils das jeweilige Entstehungsjahr auszumachen.

Dido ist sich treu geblieben, und noch immer begeistert ihre stimmliche Variabilität zwischen empathischem wie erotischem Hauchen und einer meist Optimismus ausstrahlenden, kraftvollen Klarheit. Perfekt harmoniert sie mit ihrer fünfköpfigen Band, die auch wegen des Einsatzes von Schlagzeug und Perkussion sehr rhythmusbetont agiert. Zusammen mit Elektrosounds zielt man auf den zeitgemäßen Dancefloor, ohne die kompositorische Klasse zu vernachlässigen. Nicht zuletzt ist es ihre sympathische Natürlichkeit, die das Publikum immer wieder zum Mitklatschen und -singen animiert. Nach dem musikalischen Offenbarungseid von Madonna beim ESC bescherte Dido gänzlich ohne Diva-Allüren eine musikalische Offenbarung.