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Heimbach: Der Nationalpark Eifel ist greifbarer geworden

Heimbach : Der Nationalpark Eifel ist greifbarer geworden

Der Nationalpark Eifel ist für Besucher im vergangenen Jahr greifbarer geworden. 2007 seien vier neue Einrichtungen für Umweltbildung und Information entstanden, teilte Umweltminister Eckhard Uhlenberg am Freitag in Düttling bei Heimbach mit.

„Ganz Nordrhein-Westfalen identifiziert sich mit dem Nationalpark Eifel. Wir sind froh, dass wir ihn haben”, sagte Uhlenberg bei der Vorstellung des Jahresberichts 2007. Die Nationalparkverwaltung begann im vergangenen Jahr mit der systematischen Ausschilderung des Wanderwegenetzes. Sie solle Ende des Jahres abgeschlossen sein, sagte der Leiter des Nationalparks, Henning Walter.

Neu im Angebot für Wanderer ist der viertägige „Wildnis-Trail” quer durch den Nationalpark. Er werde sehr gut angenommen. „Das ist ein hervorragendes Instrument, um aus Tagesbesuchern Übernachtungsgäste zu machen”, sagte Uhlenberg. Eine Studie hatte unlängst festgestellt, dass überwiegend Tagesbesucher in den Nationalpark kommen. Die gäben deutlich weniger Geld aus als Übernachtungsgäste.

Angebote zur Umweltbildung und zum Naturerlebnis haben sich in den vergangenen Jahren zum Renner entwickelt. Im Gründungsjahr 2004 hatten 19.000 Menschen teilgenommen. Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl auf 37.000 fast verdoppelt.

2007 wurden laut Jahresbericht 4500 Regelverstöße registriert. Besucher liefen abseits der Wege oder waren mit nicht angeleinten Hunden unterwegs, vor allem im Bereich der Dreiborner Hochfläche an der ehemaligen NS-Eliteschule Vogelsang. Dadurch seien die zuvor tagsüber gut zu beobachtenden Rothirsche vertrieben worden. Die Nationalparkwacht sei dort verstärkt eingesetzt worden. Seitdem habe sich das Problem etwas entspannt, sagte Uhlenberg.

Bei der Nationalparkgründung 2004 waren rund 230 als gefährdet eingestufte Tier- und Pflanzenarten bekannt. Mittlerweile hat man 770 gefährdete Arten im Nationalpark entdeckt. Dazu kamen im vergangenen Jahr unter anderem „Roesels Beißschrecke” unter den Heuschrecken und der „Zwerg-Bläuling” bei den Schmetterlingen hinzu.

Forschungsprojekte sollen auch im laufenden Jahr einen Schwerpunkt bilden. In diesem Jahr startet ein Projekt zur Klimaforschung unter den Bedingungen eines Nationalparks. Das Projekt werde zehn bis 15 Jahre laufen, sagte Henning Walter.