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Der Himmel hängt voller Kreuzchen

Der Himmel hängt voller Kreuzchen

Maastricht (an-o) - "Hier können wir uns keine Fehler erlauben", weiß Nick Schede. Der Fluglotse arbeitet seit 14 Jahren bei der Maastrichter Eurocontrol. Seit kurzem hat er eine noch bessere Sicht auf den Himmel. Der Flughafen hat einen neuen Kontrollraum.

Beim Blick auf den Bildschirm erkennt der Laie nur ein paar gestrichelte Linien auf dunklem Hintergrund, dazwischen Dreiecke und kleine Kreuze, die sich bewegen. Für Nick Schede und die anderen Fluglotsen an den 50 Terminals bei der Flugsicherung Eurocontrol verbergen sich hinter diesen Zeichen alle Informationen, die sie brauchen, um den Luftverkehr zu regeln.

Vor gut 40 Jahren wurde Eurocontrol von sechs Staaten, unter anderem Deutschland, gegründet, heute sind 31 Staaten an Eurocontrol beteiligt.

Einzigartig europäisch

Die Maastrichter Zentrale besteht seit 30 Jahren: "Das einzigartige ist, dass sie das erste wirklich europäische Luftraum Kontrollzentrum ist" erinnert sich Hansjürgen Freiherr von Villiez, der als Leiter von Eurocontrol Maastricht die Zentrale in den 70ern mit aufbaute. Die Aufgabe in den Niederlanden brachte ihn auch jenseits der Grenze nach Aachen, wo der Physiker am Institut für Luft- und Raumfahrttechnik Vorlesungen hielt und habilitierte.

Eurocontrol am Maastrichter Flughafen sorgt dafür, dass der höhere Luftraum ab 7500 Metern über den Benelux-Staaten und über dem Nordwesten Deutschlands sicher ist. 14 Sektoren überwachen die Fluglotsen in Maastricht, die aus ganz Europa kommen. Aber auch am Himmel wird expandiert. Bis 2007 will Eurocontrol vier weitere Sektoren in Maastricht einrichten, maximale Kapazität liegt bei 25 Sektoren. Damit trägt Eurocontrol dem wachsenden Flugverkehr Rechnung. Seit den 70er Jahren hat sich die Anzahl der Flugzeuge auf 1.200.000 pro Jahr verdreifacht.

Auch das war ein Grund für ein neues Kontrollzentrum: "Unsere Möglichkeiten waren ausgeschöpft. Abgesehen davon stammte die gesamte Technik aus Anfang der 80er Jahre", erklärt Flugloste Schede. Die neuen Terminals sind übersichtlicher. Auf den Monitoren sehen Fluglotsen auf einen Blick zum Beispiel blinkende und sehr helle Symbole in unterschiedlichen Farben. Mit dem alten System mussten sie für diese beiden Informationen die Ansichten wechseln. "Das neue System verändert aber auch die Kommunikation zwischen Lotse und Pilot. Statt Funk versenden wir Daten, ähnlich dem System der Kurzmitteilungen beim Handy. Das bringt Zeitersparnis und schließt Missverständnisse aus", weiß Nick Schede.

Kontrollraum und neues System haben insgesamt 70 Millionen Euro gekostet. Aber das sei eine Investition, die sich auch für die kommende Generation der Fluglotsen lohne. Für die gebe es immer gute Stellen, glaubt Nick Schede, "Eurocontrol sucht immer gute und verantwortungsvolle Leute."