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Paris: „Der Herr der Ringe”: Zweiter Teil uraufgeführt

Paris : „Der Herr der Ringe”: Zweiter Teil uraufgeführt

Nach „Harry Potter 2” und „James Bond” Nummer 20 ist der letzte Megafilm der Saison am Dienstag in Paris uraufgeführt worden: „Der Herr der Ringe - Die zwei Türme”.

Das drei Stunden lange Werk, das am 18. Dezember in Deutschland anläuft, fasziniert vor allem durch spannende Spezialeffekte, die die Grenzen des technisch Machbaren im Kino erneut ein gutes Stück weit hinausschieben.

Ein Jahr lang mussten die Fans nach dem offenen Ende des ersten Teils der monumentalen Tolkien-Trilogie auf das Mittelstück warten. Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson (41) hat „Die zwei Türme” düsterer und komplexer gestaltet als Teil eins.

„Damit ist nichts vergleichbar”, sagt Elijah Wood (Hobbit Frodo), der wie die meisten anderen „Ringe”-Stars zur festlichen Premiere nach Paris gereist war.

Ob Wood, Liv Tyler (Arwen), der 80-jährige Christopher Lee (Saruman) oder die Oscar-Preisträger Richard Taylor (Make-up und visuelle Effekte) und Howard Shore (Musik): Einhellig preisen sie Jackson als „Genius” und „großen Kommunikator”, der mit Hingabe und Beharrlichkeit alle Fäden des 270 Millionen Dollar teuren Projekts kunstvoll verwoben habe.

Nach den 15 Monate langen Dreharbeiten zu allen drei Teilen und der Fertigstellung der ersten Episode „Die Gefährten” hatte Jackson mit seinem Team ein Jahr lang Zeit, das Material für den Folgefilm zu perfektionieren. „Mein Job ist es, das Beste aus jedem herauszuholen”, erzählt der Regisseur, dessen größtes Anliegen es ist, das Werk des Kultautors J. R. R. Tolkien so getreu wie möglich zu interpretieren.

„Die Monate und Jahre, die wir bisher investiert haben, waren zu lang, um am Ende nicht auf das Ergebnis stolz sein zu können.” Mit dem Schlussteil „Die Rückkehr des Königs”, der im nächsten Dezember herauskommt, ist „Der Herr der Ringe” ein mehr als neunstündiges, in sich geschlossenes Epos über den ewigen Kampf des Guten gegen das Böse, über Heldentum und die Kraft der Freunschaft.

„Die zwei Türme” folgt weiter eng der Buchvorlage. In der Fantasiewelt Mittelerde führen düstere Mächte einen vernichtenden Feldzug gegen das Gute. Hobbits, Menschen, Zwerge und Elben widersetzen sich der Gewaltherrschaft, doch jetzt sind sie nicht mehr als Gruppe vereint.

Die Handlung verfolgt drei Stränge: Es gibt eine unglaubliche Schlacht gegen das monströse Heer des bösen Zauberers Saruman. Gleichzeitig überzeugen die Hobbits Merry und Pippin die lebendigen Bäume im bedrohten Wald, sich auch zu wehren und das Gute zu unterstützen. Und der Hobbit Frodo trifft auf seinem Weg zur Zerstörung des Allmacht verheißenden Ringes auf ein groteskes Wesen namens Gollum oder Smeagol.

Auf die Erschaffung des Gollum kann Jackson besonders stolz sein. Diese gequälte und wahnsinnige Kreatur erscheint als vollständig digital animierte Figur - und liefert doch eine oscarreife schauspielerische Leistung.

Gollum entstand in engster Zusammenarbeit des britischen Schauspielers Andy Serkins, der die Bewegungsabläufe vorgespielt und das Monster auch gesprochen hat, mit den Computer-Experten für visuelle Effekte. Das Ergebnis berührt und erschreckt. Gollum setzt Maßstäbe und beweist, dass der Einsatz digitaler Techniken nicht nur den Spektakelfaktor im Kino erhöht.