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Aachen: Der gar nicht so normale Alltag: „Elling” im Grenzlandtheater

Aachen : Der gar nicht so normale Alltag: „Elling” im Grenzlandtheater

Der „normale” Alltag ist für sie ein Schock, das selbstbestimmte Leben müssen sie mühsam erlernen, denn bisher war alles anders.

Elling und sein Freund Kjell Bjarne kommen aus einer Heilanstalt. Mit Unterstützung eines Sozialarbeiters sollen sie sich nun „in Freiheit” bewähren und behaupten.

„Elling”, das Schauspiel von Axel Hellstenius, zeichnet den uns täglich umwirbelnden „normalen Wahnsinn” in stillen, nachdenklichen, aber auch skurrilen und humorvollen Bildern nach.

Projektionsfläche sind die beiden so unterschiedlichen Charaktere Elling und Kjell.

Für das Grenzlandtheater Aachen inszeniert der in Köln lebende Regisseur Harald Demmer das Stück, das nach Ingvar Ambjoernsens Roman „Blutsbrüder” entstand und zur Zeit auf deutschsprachigen Bühnen einen Aufführungsrekord verzeichnet. Der Film „Elling” war sogar für den „Oscar” nominiert.

In Aachen prägen Harald Pilar von Pilchau und Volker Niederfahrenhorst das ungleiche Paar Elling und Kjell. Holger Irmisch ist als Sozialarbeiter dabei. Carmen Heibrock wird die drei weiblichen Rollen verkörpern.

Und dann gibt es noch zwei Zwergkaninchen - „Pfeffer” und „Elmer”. Stephan Josephs, Leiter der Technik, ist übrigens „Herrchen” der beiden hoppelnden Akteure und kann so jederzeit ein Auge auf sie haben.

„Elling” - ein Stück das bewegt, weil es - so der Regisseur - viele Menschen betrifft. Ängste im Alltag, Hemmungen in der Begegnung mit anderen, Probleme, die man sich selten eingesteht, sind keine Seltenheit.

Im Gespräch mit einem Psychologen hat das Team sein Wissen über diesen Bereich vertieft. „Jeder hat in sich einen kleinen Elling”, bringt es Harald Pilar von Pilchau auf den Punkt.

Die Normalität vom Telefonieren bis zum Einkaufen wird laufend in Frage gestellt. Gleichzeitig ist man aber auch dabei, wie die beiden Sonderlinge Schritt für Schritt diese Hürden überwinden und sich immer mehr zutrauen.

„Es wird in Episoden erzählt, Elling tritt hin und wieder aus der Szene heraus, berichtet was geschehen ist, erinnert sich”, so Demmer. „Das sorgt für unterschiedliche Perspektiven.”

Innerhalb des Stückes läuft die Entwicklung eines halben Jahres ab. Man erfährt, wie es zum Beispiel Elling Kraft gibt, sich in die Rolle eines Dichters zu denken, welche Sehnsucht Kjell nach einer Frau hat und wie kompliziert es wird, als er sie wirklich trifft.

Demmer: „Das Stück erzählt den Zuschauern Dinge, die sie sicherlich sehr gut kennen.”