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Blankenheim: Denise: Taucher finden die Leiche

Blankenheim : Denise: Taucher finden die Leiche

24 Stunden Hoffen und Bangen um die siebenjährige Denise aus Köln: Einen Tag nach dem Verschwinden des Kindes auf einem Campingplatz bei Blankenheim dann die traurige Gewissheit. Das Mädchen ist tot.

Taucher bargen am Montagabend die Leiche des Mädchens aus dem Freilinger See bei Blankenheim. Nach Angaben eines Polizeisprechers deutet alles auf einen Unglücksfall hin. Der bekleidete Körper war mit Algen und Schlamm bedeckt, teilte Polizeisprecher Andreas Blum mit.

„Wir gehen davon aus, dass es sich um ein Unglück handelt”, sagte Blum. DLRG-Taucher fanden die Leiche, nachdem sie den See mehrmals durchsucht hatten. Da sie mit Schlamm bedeckt war, hätten sie die Helfer zunächst nicht gefunden. „Das war jetzt reiner Zufall, dass sie entdeckt wurde”, sagte der Sprecher. Die genaue Todesursache soll am Dienstag bei einer Obduktion festgestellt werden. Es gebe augenscheinlich keine Anzeichen für ein Fremdverschulden.

Hergang weiter unklar

Es sei aber weiter unklar, was genau mit dem Mädchen passiert ist. Es war mit den Großeltern übers Wochenende auf dem Campingplatz. Dort hatte Denise am Sonntag mit einer Freundin gespielt. Zum Mittagessen war es mit seinen Großeltern in deren Wohnwagen auf dem Platz verabredet. Zehn Minuten vor der ausgemachten Zeit hatte sich Denise von der Freundin getrennt, um nur wenige Meter weiter zum Wohnwagen der Großeltern zu gehen.

Dort warteten auch die Eltern. Doch Denise kam nicht. Die Verwandten suchten vergeblich nach ihr und alarmierten am späten Nachmittag die Polizei. Über 200 Polizisten, Helfer mit Hunden und Taucher suchten bis tief in die Nacht und den ganzen Montag über. Dabei wurde auch die Jacke des Mädchens in einer Böschung entdeckt. Die Polizei hatte einen kriminellen Hintergrund nicht ausgeschlossen.

Nach unbestätigten Angaben von Campingplatz-Bewohnern hatten die Kinder häufiger am See gespielt. Es wurde am Abend darüber spekuliert, dass Denise dort seine Jeansjacke vergessen hatte und deshalb zurückgelaufen sei. Das wurde aber von der Polizei nicht bestätigt.

Durchsuchungsbeschluss für Wohnwagen und Häuser

Eltern und Großeltern werden von Notfallseelsorgern betreut. Das kleine Mädchen wird als lebhaft beschrieben. Um 12.20 Uhr am Sonntag wurde Denise zum letzten Mal gesehen. Eine Frau hat Denise mit einer Freundin von ihrem Wohnwagen aus spielen sehen. Vielleicht war sie die Letzte. Sie ringt um Fassung, hat selbst Enkelkinder. Die Polizei hat einen Durchsuchungsbeschluss für Wohnwagen und Ferienhäuser, nach unbestätigten Angaben für 400 von ihnen. Bewohner, die zu Hause sind, lassen die Polizisten bereitwillig ein. Bei den leer stehenden Häusern und Wagen montieren sie Fensterläden ab, um einzusteigen.

Die Ferienanlage liegt in einer ländlichen Idylle. Es gibt Menschen, die nur am Wochenende kommen, und Dauerbewohner wie Willi Frings. Seit 20 Jahren hat er einen Wohnwagen. „Am Wochenende und in den Ferien sind immer jede Menge Kinder hier”, erzählt er. Die Erinnerung an die beiden ermordeten Geschwister Tom und Sonja aus Eschweiler ist plötzlich wieder da: Nur wenige Kilometer entfernt wurde vor gut einem Jahr die kleine Sonja ermordet. Die Täter sitzen in Haft, aber das schlechte Gefühl bei den Menschen ist geblieben.