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Nideggen: Dem Wassersalamander auf der Spur

Nideggen : Dem Wassersalamander auf der Spur

Gleich neben dem Eingang steht das Heim für Krabbler. Dort summt und brummt es vom Frühjahr bis zum Spätsommer, denn Insekten wie Bienen, Ohrwürmer und Weberknechte haben sich dort einquartiert.

Zwischen Holzscheiten, Strohballen und Moosdach schwirren im Frühjahr vor allem die Weibchen der Mauerbienen umher, da sie ihre Nester anlegen. Dieses Insektenhaus steht neben dem ehemaligen Güterschuppen des Bahnhofes Nideggen-Brück und ist ein Bestandteil der Ausstellung „Rur und Fels”.

„Wir wollen Erwachsenen, aber vor allem Kindern zeigen, was der Lebensraum Ruraue für uns bereit hält. Die Rur ist ein klassischer Mittelgebirgsfluss, der an großen Felsen vorbei fließt und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt bietet” sagt Lutz Dalbeck Zoologe von der Biologischen Station Düren, die diese Ausstellung organisiert.

Früher wurden Güter gelagert, jetzt stehen naturgetreuen Dioramen der Ausstellung „Rur und Fels” in dem historischen Güterschuppen. Eine fast perfekte Illusion von räumlicher Tiefe und Wirklichkeitsnähe erfährt der Besucher, wenn er vor typisch rötlichen, stark zerklüfteten Rurtalfelsen aus Buntsandstein steht, dabei Tiere - es sind lebensnahe Nachbildungen - betrachtet, die in freier Wildbahn schwer zu entdecken sind und dann per Tastclick an einer Schalttafel erfährt, dass der Abendsegler, eine Fledermausart, gerne sehr gesellig lebt und die Schlingnatter ihre Beute durch Umschling tötet.

Daher auch der Name. Ringelnattern, Regenwürmer und Laufkäfer haben ihre Heimat im Reisighaufen, der im Außengelände zu finden ist. Wenn man Glück hat, sieht man eine Zauneidechse flink durch Spalten und Ritzen der Trockenmauer klettern. Flechten, Moose, Tümpel, Reisig - all das gehört zum Lebensraum der Eifeler Tierwelt und findet sich im Aussenglände.

Noch mehr über den Dreiklang der Rureifel - Fels, Fluss und Wald - erfahren Kinder und Familien, wenn sie sich zu einer Exkursion anmelden. „Viele Kinder haben noch nie einen Wassersalamander gesehen oder kleine Frösche in ihrer Hand gehalten”, sagt Lutz Dalbeck, der die Führungen organisiert „Viele wissen auch gar nicht, dass es eine Wasserspitzmaus gibt. Bei unseren Exkursionen können wir sie aber hin und wieder sehen”. Mit einem kleinen Rucksack, Becherlupe, Weichschalen und Netzen werden die Teilnehmer ausgestattet, damit sie auch die kleinen Bewohner der Ruraue mal im Augenmaß sehen.

Man muss nur mit offenen Augen und Ohren durch den Wald und entlang der Aue gehen, dann entdeckt man auch viele Insektenarten und prächtige Pflanzen - lautet der Experten-Tipp.

Ausstellung auch für Rollstuhlfahrer geeignet

Mit dem Auto über A4 Richtung Köln, Abfahrt Düren, über Kreuzau und L249 Richtung Nideggen. Dort rechts Richtung Nideggen-Brück die Serpentinen hinunter bis ins Rurtal; per Bahn: bis Bahnhof Düren, dann Rurtalbahn Richtung Heimbach (werktags und an Sonn- und Feiertagen stündlich). Der Zug hält direkt neben der Biologischen Station (Haltestelle Nideggen-Brück).

Infos und Anmeldung: Biologische Station im Kreis Düren, Zerkaller Straße 5, 52385 Nideggen, Tel. 02427/ 94987-0, Mail: mailto:info@biostation-dueren.de

Öffnungszeiten: Sonntags von 11 bis 17 Uhr. Eintritt: Erwachsene 1 Euro, Kinder von 6-16 Jahren 50 Cent. Die Ausstellung ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

Brück liegt direkt unter der Burg Nideggen, die über einen schmalen und steilen Fußweg (zwei Kilometer) von der Biologischen Station aus zu erreichen ist.