1. Kultur

Das rare "Ruck-Zuck-Becken"

Das rare "Ruck-Zuck-Becken"

Euregio (an-o) - Trotz kultureller Kluften gibt es Wünsche, wo der Mensch sich ziemlich ähnlich wird. Dieser Tage scheint der kollektive Traum ein Behältnis zu sein, das groß genug für Körper und Wasser drumherum ist. Aber es tut mir leid, das letzte Planschbecken steht in meinem Garten.

Ein paar Schweißtropfen auf der Stirn, dieser suchende Blick in Richtung Freizeitabteilung, ein kurzes Gespräch mit einem Verkäufer, dessen müdes Lächeln und ein Kopfschütteln.

Eigentlich könnte ich mir jeden weiteren Schritt sparen. Nur der Gedanke, dass der andere vielleicht "nur" einen Ventilator will, treibt mich weiter. Mein Luftschloss besteht auch aus Wasser. Und es zerplatzt am desillusionierenden Satz des Realmarkt-Mitarbeiters: "Bisschen spät, was?"

Keins bis Köln

Es gibt schon lange keine Planschbecken mehr. Nicht im Spielzeugfachgeschäft, nicht im Kaufhaus, nicht im Baumarkt. Dort hat der Mitarbeiter mehr als eine ironische Bemerkung für mich übrig: "Die Planschbecken-Zulieferer kommen nicht nach. Ich gebe Ihnen meinen Wort, dass es bis Köln keines mehr zu kaufen gibt", erklärt er. Ich glaube ihm erst, nachdem ich beim Spielzeug-Giganten am Aachener Kreuz zwischen anderen Planschbecken-Suchern als Wasserspielzeugrest eine armselige aufblasbare Plastikpalme gesichtet habe - selbst die lässt die Blätter hängen.

Aber Köln. Was interessiert mich Köln, wenn nebenan die Niederlande sind? Die sind sowieso alle mit dem Wohnwagen unterwegs und brauchen vermutlich gar kein künstliches Wasserbecken. Ich erinnere mich an einen "Recreatie-Markt" bei Brunssum. Leider nicht an die Anfahrt dorthin. Zerflossen nach zwei Stunden Fahrt durch die zahlreichen Gewerbegebiete in Brunssum flüstere ich es fast: "Een waterbekken voor de kinderen?"

Das letzte Planschbecken ist ein Ausstellungsstück. Ein "Ruck-Zuck-Becken" von 45 Zentimeter Tiefe und 2,20 Meter im Durchmesser. Es ist ruck-zuck gekauft. Eine verschwitzte Dame, die nur ein paar Sekunden nach mir am Pool ist, sieht die Niederlage noch nicht ganz ein: "Das ist bestimmt das letzte in Limburg. Wenn Sie es nicht nehmen, würde ich ...." Mit der Genugtuung des Siegers stopfe ich die Außenhaut in den Pappkarton.