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Aachen: Das Neue muss auch klappen

Aachen : Das Neue muss auch klappen

In seiner Funktion als Leiter des Lehrstuhls für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der RWTH Aachen sind es seine letzten Qualitätsgespräche.

Doch in den kommenden Jahren will Professor Tilo Pfeifer die erfolgreiche Reihe mit Vorträgen und Diskussionsrunden für Fach- und Führungskräfte aus dem Qualitätsmanagement weiter aktiv mitgestalten. „Ganz aufhören werde ich nicht. Aber es wird Zeit, dass jetzt auch mal die Jüngeren nachrücken”, sagt Pfeifer, der im August aus dem WZL ausscheiden wird.

Nach Walter Eversheim und Manfred Weck verlässt damit innerhalb von nur zwei Jahren das dritte „Schlachtschiff” das WZL, an dem an den vier Lehrstühlen Produktionssystematik, Technologie der Fertigungsverfahren, Werk-zeugmaschinen und Fertigungsmesstechnik sowie Qualitätsmanagement 600 Mitarbeiter rund um das Thema Produktionstechnik forschen.

Dienstleistung und Globalisierung

Im Zentrum der diesjährigen Qualitätsgespräche stehen Dienstleistung und Globalisierung. „Wenn Firmen im Ausland erfolgreich sein wollen, ist es längst nicht damit getan, gute Mitarbeiter einzustellen. Dazu gehört mehr, etwa das Wissen um unterschiedliche Kulturen, andere Wertvorstellungen und fremde Verhaltensweisen”, sagt Pfeifer. „Wer diese Aspekte berücksichtigt, kann sich später möglicherweise unnötige Kosten sparen.”

Dem Thema Dienstleistung wird laut Pfeifer in der nahen Zukunft eine immer größere Bedeutung zukommen - gerade in Deutschland. „Wir sind unterwegs in Richtung Dienstleistungsgesellschaft, ein Bereich mit enorm viel Potenzial, vor allem mit Blick auf die- Schaffung von Arbeitsplätzen”, sagt Pfeifer. Und bei aller Notwendigkeit, in Deutschland auch zukünftig konkurrenzfähige Spitzentechnologie zu entwickeln: „Was nutzt uns denn schon die beste Innovation, wenn sie nicht beherrschbar ist? Innovative Produkte müssen funktionieren.”

Qualitätsmanager Pfeifer fordert deshalb, dass in der Produktion noch stärker als bisher Qualitätskontrollen berücksichtigt werden, auch längere Testphasen müssten in Kauf genommen werden. „Wenn eine an sich sehr gute Technologie später auf dem Markt nicht funktioniert, führt das zu enormen Imageverlusten für den Hersteller.” Als Negativbeispiele nennt Pfeifer die Shuttle-Bahn am Düsseldorfer Flughafen und das Lkw-Mautsystem „Toll Collect”.