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München: Dandy des Jahrhunderts: Johannes Heesters

München : Dandy des Jahrhunderts: Johannes Heesters

„Auch hundert Jahre sind zu kurz.” Der das sagt, muss es wissen: Johannes Heesters, der als Grandseigneur der Operette und Dandy des Jahrhunderts bereits eine lebende Legende ist, wird am Donnerstag 99 Jahre alt und ist noch immer voller Pläne.

Zuletzt wurde Heesters als alter Diener Firs in Anton Tschechows „Kirschgarten” bejubelt.

Sein Geburtstag wird am Donnerstag im Münchner Arri-Kino mit einer Gala gefeiert, bei der auch seine im Langen Müller Verlag erschienenen Lebenserinnerungen („Auch 100 Jahre sind zu kurz”, 350 Seiten, 19,90 Euro) vorgestellt werden.

Außerdem wird eine restaurierte Fassung der 1944 in Prag gedrehten und erst nach dem Krieg fertig gestellten Operettenverfilmung „Die Fledermaus” erstmals gezeigt. Die neue Fassung soll im nächsten Jahr auch im Fernsehen präsentiert werden.

In der Rolle des Baron von Eisenstein ist Heesters der einzige noch lebende Darsteller des Films. Drei Dinge waren stets seine Attribute, für die er bekannt war - Frack, Zylinder und weißer Schal -, mit denen er ein Leben lang unzählige Showtreppen fröhlich singend herunterkam,

„Ach Gott, der lebt ja noch!” wird von manchen schon mal ausgerufen, wie Heesters selber bereits argwöhnt. Aber: „Was soll ich denn tun?” fragte er bei seinem letzten Berliner Gastspiel in die Runde. „Soll ich zu Hause sitzen und warten, bis man mich holt? Ich denke nicht daran!”