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Aachen: Da scheppern im Rhythmus die Lamellen

Aachen : Da scheppern im Rhythmus die Lamellen

Glas splittert und glitzert auf dem dunklen Pflaster - ein feines flirrendes Geräusch, dann ein dumpfes Dröhnen, beantwortet von rhythmischen Schlägen, die sich zum furiosen Wirbel steigern: Wer sagt denn da, dass man aus Autos keine Musik machen kann?

Auf dem Hof des Ludwig Forums gaben Veranstaltungsleiter Rick Takvorian zusammen mit Ulrich Pesch, Kooperationspartner von Burg Wilhelmstein/Würselen, jedermann die Gelegenheit, bei einem musikalischen „Wetthämmern” jener Show vorzugreifen, die am 20. Januar, 20 Uhr, in der Mulde stattfinden wird.

„Auto-Auto”, das irrwitzige und klangintensive Zerklopfen eines Wagens, erfunden von den Crash-Künstlern Stefan Gwildis und Christian von Richthofen, wird hier im Rahmen einer spektakulären Publikumsveranstaltung gastieren.

Eine versierte Jury rund um Museumsleiter Harald Kunde, Musiker/Produzent Manfred Leuchter und Musikjournalist Frank Wallicek hörte sich gemeinsam mit einem amüsierten Publikum jetzt bereits die Spontan-Musikerinnen und -Musiker mit wachsendem Staunen an.

Vom kleinen Daniel, der mit Mutti Anna Kaster ein Team bildete, über den Solisten und Schlagzeuger Florian Heusch bis zu Museumstechniker Eric Wichemann, der zusammen mit Lichttechniker Holger Ramjoue auftrat, und Rick Takvorian mit Sohn Nick gab es ganz unterschiedliche Klangkünstler, die aber gemeinsam eins bewiesen: So ein Auto kann wirklich inspirieren.

Da dröhnt die Motorhaube tief und füllig, geben die Türen dumpf knackende Schallreize von sich, kann man ein an Klapperschlangen erinnerndes Schnarren erzeugen, wenn die Metallstange über die Lamellen der Lüftung gleitet.

Brauchten die Akteure zunächst einen winzigen Moment der Überwindung, um das einstige „Lieblingsstück” eines mit Sicherheit stolzen Besitzers zu traktieren, so dröhnte das Ergebnis nach wenigen Minuten bis weit hinein in Aachens Innenstadt. Da wippte die Jury bald unbewusst mit den Fußspitzen, gab es rhythmisch reizvolle Klangfolgen, die bereits sinfonische Qualität hatten.

Und als dann das in schwarzes Leder eindrucksvoll gekleidete Museums-Team auch noch zur Schleifmaschine griff, um im glühenden Funkenwirbel das schon arg lädierte Auto endgültig zum Mittelpunkt dieser Performance zu erheben, sind selbst die Skeptiker überzeugt.

Den Sieg erringen übrigens Daniel und Anna Kasten - Freikarten für „Auto-Auto” und für den Burg-Sommer 2005.

„Auto-Auto”, Ludwig-Forum Aachen, Jülicher Straße 97, Donnersatg, 20. Januar, 20 Uhr.

Karten in allen Zweigstellen unserer Zeitung, Info 0241/5101175 und 0241/5101192.

Infos: http://www.burg-wilhelmstein.com