Aachen: Christopher Ward ist nun offiziell neuer Aachener GMD

Aachen: Christopher Ward ist nun offiziell neuer Aachener GMD

Christopher Ward ist nun auch offiziell neuer Aachener Generalmusikdirektor. Der Rat der Stadt Aachen hat den 37-jährigen Briten am Mittwochabend erwartungsgemäß einstimmig gewählt. Er wird sein Amt am 1. August antreten.

Die städtische Beigeordnete für Kultur, Susanne Schwier, zeigt sich sehr glücklich über die Wahl. „Christopher Ward wird eine große Bereicherung für unser Kulturleben sein, er wird neue Impulse geben und Akzente setzen“, teilte sie mit. „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit ihm.“ Am kommenden Montag wird Ward zu seiner offiziellen Vorstellung in Aachen erwartet.

Ward wird Nachfolger von Kazem Abdullah. Der US-Amerikaner hatte das Aachener Sinfonieorchester fünf Jahre lang bis Ende Juli 2017 geleitet. Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Derzeit leitet der vorherige 1. Kapellmeister Justus Thorau als kommissarischer GMD das Orchester.

Ward ist der jüngste von drei Kandidaten, die als Finalisten aus einem Auswahlverfahren mit insgesamt 80 Bewerbern hervorgegangen waren. Er setzte sich gegen den US-Amerikaner Ido Arad und den Schweden Per-Otto Johansson durch. Der Brite wurde in Oxford und Glasgow ausgebildet, bevor er 2005 nach Deutschland kam. Dort war er zunächst am Staatstheater Kassel als Kapellmeister und Solorepetitor tätig.

Anschließend assistierte er ein Jahr lang Sir Simon Rattle bei den Berliner Philharmonikern für Richard Wagners „Rheingold“. Von 2009 bis 2013 war er Kapellmeister an der Bayerischen Staatsoper in München und Assistent von Kent Nagano. Seit 2014 ist er 1. Kapellmeister am Saarländischen Staatstheater.

Im vergangenen Herbst hatten Ward und seine Mitstreiter in Aachen jeweils ein Sinfoniekonzert und eine Oper dirigiert. Ward hatte sich — wie auch Arad und Johansson — gut geschlagen. Die Stärken und Schwächen der Kandidaten hielten sich — mit unterschiedlichen Akzenten — insgesamt so weit im Gleichgewicht, dass für die Entscheidung auch Aspekte der Persönlichkeit in die Waagschale geworfen werden mussten, die sich dem Konzert- und Opernbesucher entziehen.

Entsprechend dürften die Eindrücke ins Gewicht gefallen sein, die die Mitglieder der Findungskommission in Gesprächen mit den Kandidaten und durch Einblicke in die Probenarbeit gewinnen konnten. Zudem dürfte auch das Votum des Orchesters einen großen Einfluss auf die Entscheidung gehabt haben. Unter den Musikern hatte sich Ward nach Informationen unserer Zeitung knapp vor Johansson durchgesetzt.