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Aachen: Chris de Burgh in Aachen

Aachen : Chris de Burgh in Aachen

Am Donnerstag bekommt der Ire Pat Cox den Karlspreis. Gleichsam als Vorbote beschenkte Chris de Burgh, der in Irland lebt (er wurde 1948 in Argentinien geboren), Aachen am Samstagabend mit einem zweieinhalbstündigen Soloauftritt im mit 1600 Zuschauern ausverkauften Eurogress.

Und zeigte - irgendwie passend in Zeiten von Sparbeschlüssen und leeren Kassen -, wie man mit kleinem Aufwand eine große Wirkung erzielen kann. Chris de Burgh also pur.

Keine Band zur Unterstützung, keine üppigen Arrangements (als Ausnahme werden im melancholischen „Snow Is Falling” vom neuen Album „Road To Freedom” Streicher aus der Konserve eingespielt). Nur der Barde mit seinen Songs - mal mit umgehängter Gitarre, mal an E-Piano oder Flügel.

Das vor schlichter, aber sehr effektvoller Bühnenkulisse. Spots sorgen für bunte Lichtflächen, ab und an lässt etwas Nebel weiße Lichtkegel plastischer durch den Raum schweifen. Alles sehr stimmungsvoll.

Hinter weißen Bahnen hängen 14 kleine Bildschirme, auf denen gelegentlich kleine Projektionen zu sehen sind - bei „The Words ,I Love You” beispielsweise tanzen Herzchen, bei „Read My Name” zucken Namen.

Er wirft Schokolade

Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang natürlich die Ausstrahlung des 55-Jährigen in weißem Hemd und schwarzer Hose. Der Charmeur weiß genau, wie er mit dem Publikum umgehen muss.

Zu Beginn erklärt er Aachen wieder zum Zentrum von Europa. Er gibt sich bescheiden, dankbar, ganz locker, lächelt, lässt die Augenbrauen wippen, nimmt Präsente (eine Rose, eine Flasche Wein) entgegen, als seien es die ersten seines Lebens.

Zum Song „Living On The Island” hängt er sich ein mobiles Mikrofon um (er sei aber nicht Britney Spears, betont er) und geht singend von der Bühne herunter in den Saal. Später wirft er auch noch Schokolade in die Menge...

Von seiner neuen CD bringt er viele Titel, geht aber auch weit zurück, etwa mit der Ballade „A Rainy Night In Paris” von seinem 1977 erschienenen zauberhaften Album „At The End Of A Perfect Day”.

Hits wie „Dont Pay The Ferryman” oder „The Lady In Red” fehlen nicht. Balladen wie „Where Peaceful Waters Flow” sind auch in der Reduzierung stark.

Doch Chris de Burgh rockt auch kräftig, vor allem gegen Ende (wobei bei der Zugabe „High On Emotion” schon der Schub einer Band fehlt).

Die Fans gehen von Beginn an mit, klatschen, singen mehrfach, schließlich stehen die Stuhlreihen auf. Chris nimmt die Ovationen lächelnd entgegen, schüttelt am Ende der pausenlosen zweieinhalb Stunden Hände. Gut gemacht!