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Charles Bronson mit 81 Jahren gestorben

Charles Bronson mit 81 Jahren gestorben

Los Angeles. Hollywoodstar Charles Bronson ist tot. Der US-Schauspieler, der in Western-Klassikern („Spiel mir das Lied vom Tod”) und Thrillern wie „Ein Mann sieht rot” meist wortkarge, brutale Typen verkörperte, starb nach einem längeren Alzheimerleiden im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung in Los Angeles.

Seine dritte Frau, die 40 Jahre jüngere TV-Prooduzentin Kim Weeks, war bis zuletzt an der Seite des Schauspielers.

Als schweigsamer Mundharmonikaspieler in dem Western-Klassiker „Spiel mir das Lied vom Tod” und als Selbstjustiz übender Bürger in dem Thriller „Ein Mann sieht rot” bleibt Charles Bronson Millionen Kinofans unvergessen.

Der Mann mit dem scharf geschnittenen Gesicht gehörte zu Hollywoods „harten Männern”. „Ich sehe aus wie ein Steinbruch, in dem eine Ladung Dynamit explodiert ist”, beschrieb er sich selbst in einem seiner seltenen Interviews.

Erst am Montag wurde bekannt, dass Bronson bereits am Samstag gestorben war. Bronson wirkte seit den 50er Jahren in fast 100 Filmen mit, wobei er oft den verschlossenen Einzelgänger spielte - mal als Westernheld, als Mafioso, Killer oder eben als ehrbarer Bürger, der nach der Ermordung seiner Familie „rot” sieht und selbst zum rächenden Mörder wird.

Es war vor allem diese Rolle, die ihn zum Star in Hollywood machte, Nachahmungstäter auf den Plan rief und gesellschaftskritische Diskussionen auslöste, ob und wie sich der einfache Bürger gegen Kriminalität schützen kann und darf.

Unter dem Namen Charles Dennis Buchinsky wurde der Schauspieler als elftes von 15 Kindern einer Bergarbeiterfamilie am 3. November 1921 in Ehrenfield im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren. Nach dem Tod des Vaters arbeitete er selbst unter Tage, kämpfte als Soldat im Zweiten Weltkrieg und kam erst spät über Auftritte in Werbespots zum Film.

„Die Schauspielerei ist die einfachste Sache, die ich gemacht habe”, beschrieb er seinen Werdegang. „Ich denke, deshalb bin ich dabei geblieben.” Als er seine erste kleine Hollywood-Rolle neben Gary Cooper in dem Streifen „You´re In the Navy Now” übernahm, war er bereits 30 Jahre alt.

In dem Klassiker „Die glorreichen Sieben” wurde Bronson 1960 als Westernheld entdeckt. Doch erst als er Hollywood verließ und mit weit über 40 Jahren nach Europa kam, gelang Bronson der Durchbruch zum Weltstar. Sergio Leones Western „Spiel mir das Lied vom Tod” machte den Filmbösewicht zum bestverdienenden Schauspieler der 70er Jahre.

Auf der Leinwand war er häufig an der Seite seiner zweiten Ehefrau, der Schauspielerin Jill Ireland, zu sehen. Das Paar war 22 Jahre lang verheiratet. Sie habe so häufig mit ihm gedreht, weil keine andere Schauspielerin mit ihm arbeiten wollte, schrieb Ireland, die 1986 starb, über den eigenbrötlerischen Gatten in ihren Memoiren.

1993 konnte man Bronson für die Kapitänsrolle in „Der Seewolf” gewinnen. In der Serie „Family of Cops” trat er 1998 zum letzten Mal auf. Bronson, der sieben Kinder aufzog, ging 1998 eine Ehe mit der 40 Jahre jüngeren Fernsehproduzentin Kim Weeks ein. Das Paar war nur selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Wie die harten Kerle, die er spielte, galt er als wortkarg und unnahbar und zog sich am liebsten auf sein Anwesen in Malibu und eine Ranch in Vermont zurück.