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Brüssel: Charleroi verhüllt Dutroux-Haus

Brüssel : Charleroi verhüllt Dutroux-Haus

Das Haus des belgischen Mädchenmörders Marc Dutroux ist seit Sonntag hinter einer fassadengroßen Kulisse versteckt. Arbeiter hatten am Samstag im Auftrag der Stadt Charleroi damit begonnen, die Front des Gebäudes zu verhüllen.

Charleroi und der Stadtteil Marcinelle würden noch immer mit den Taten Dutrouxs in Verbindung gebracht, sagte Bürgermeister Jacques Van Gompel der Zeitung „La Capitale” vom Sonntag: „Wir haben beschlossen, dieses Horrorhaus, das wie ein Fingerabdruck Dutrouxs war, zu verbergen.” Die Maskierung der Fassade mit dem Bild eines Kindes beim Spiel mit einem Winddrachen ist für den Bürgermeister nur ein erster Schritt. Sobald die Besitzverhältnisse des Dutroux-Hauses geklärt seien, wolle die Stadt das Gebäude kaufen und abreißen lassen.

In dem Haus hatte der im Juni zu lebenslanger Haft verurteilte Mädchenmörder seine Opfer gefangen gehalten. Zwei Mädchen verdursteten in einem engen Kellerverlies. Zwei überlebende Mädchen wurden im Sommer 1996 befreit. Ihre Entdeckung löste einen landesweiten Schock aus.

Gedenkstätte

Im Garten eines anderen Hauses, in dem die Leichen zweier weiterer Opfer und eines Dutroux-Komplizen gefunden wurden, will die Stadt Charleroi nach Angaben der Zeitung „Le Soir” eine Gedenkstätte schaffen. Auch gegenüber dem nunmehr verhüllten Haus in der Avenue de Philippeville erinnerte eine kleine, stets mit Blumen geschmückte Gedenktafel an die Opfer des Vergewaltigers und Mörders.