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Paris: César-Filmpreis: Roman Polanski triumphiert

Paris : César-Filmpreis: Roman Polanski triumphiert

Roman Polanskis Holocaust-Drama „Der Pianist” ist am Samstag in Paris mit sieben französischen César-Filmpreisen als der große Sieger ausgezeichnet worden.

Der Streifen erzählt das Schicksal des jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman (1911-2000). Er konnte dem Warschauer Getto entfliehen und überlebte den Krieg nach einer qualvollen Zeit in wechselnden Verstecken durch die Hilfe eines deutschen Wehrmachtsoffiziers.

Verlierer der César-Nacht war der Kassenschlager „Acht Frauen” („8 Femmes”) von Francois Ozon. Trotz 13 Nominierungen und einem Staraufgebot wie Fanny Ardant, Catherine Deneuve und Isabelle Huppert ging die Musikkomödie am Ende leer aus.

Die menschlich packende Produktion „Der Pianist” bekam den César, das französische Gegenstück zum Oscar, unter anderem in der Kategorie bester französischer Film. Dabei wurde die französisch-deutsch-polnisch-britische Koproduktion in englischer Sprache und weitgehend in den Studios Potsdam-Babelsberg realisiert.

Der Film wurde zudem mit Césars für Regie, Filmmusik, Ton, Kamera und Ausstattung geehrt. Der Preis für den besten Schauspieler ging an den Amerikaner Adrien Brody für seine Rolle als Szpilman.

Der César für die beste ausländische Produktion ging an den Dokumentarfilm „Bowling for Columbine” des US-Regisseurs Michael Moore. Der Satiriker und Gegner von US-Präsident George W. Bush hinterfragt die Waffen-Vernarrtheit der Amerikaner und ihre Ängste.

Mit dem César für das beste Dreh- buch wurde „Amen” von Costa-Gavras und Jean-Claude Grumberg ausgezeichnet, die Verfilmung von Rolf Hochhuths Drama „Der Stellvertreter”.

Ehren-Césaren erhielten die amerikanische Schauspielerin Meryl Streep und posthum der französische Filmproduzent Daniel Toscan du Plantier, der am 11. Februar bei der Berlinale tot zusammengebrochen war.