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Caroline Links Film ist für den Oscar nominiert

Caroline Links Film ist für den Oscar nominiert

Beverly Hills. Das Musical „Chicago” und das Historien-Drama „Gangs of New York” sind die großen Favoriten bei den Jubiläums-Oscars.

Für die 75. Vergabe der begehrten Preise der US-Filmakademie wurde „Chicago” 13 Mal und „Gangs” zehn Mal nominiert. Oscar-Hoffnungen gibt es auch für den deutschen Beitrag „Nirgendwo in Afrika”.

Der Film von Caroline Link wurde neben vier anderen Anwärtern aus mehr als 50 Einsendungen für die Kategorie bester ausländischer Film ausgewählt. Das gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences am Dienstag in Beverly Hills bekannt.

In das Rennen um den renommierten Titel bester Film des Jahres gehen auch das Drama „The Hours”, der Fantasy-Film „Der Herr der Ringe - Die zwei Türme” sowie das Holocaust-Drama „Der Pianist”.

Auf einen Jubiläums-Oscar als beste Schauspielerin können Salma Hayek, Nicole Kidman, Diane Lane, Julian Moore und Renée Zellweger hoffen. Als beste Schauspieler wurden Adrien Brody, Nicolas Cage, Michael Caine, Daniel Day-Lewis und Jack Nicholson nominiert.

Um tatsächlich einen Oscar zu gewinnen, müsste sich Caroline Links „Nirgendwo in Afrika” gegen starke Konkurrenten durchsetzen. In der Kategorie der ausländischen Filme gehen auch der mexikanische Film „El Crimen del Padre Amaro”, der chinesische Beitrag „Hero”, der finnische Film „The Man without a Past” sowie aus den Niederlanden „Zus & Zo” ins Oscar-Rennen.

Allerdings gilt bereits allein die Nominierung als großer Erfolg. Die Entscheidungen werden in der Oscar-Nacht vom 23. zum 24. März bekannt gegeben.

Caroline Link (38), seit ihrem Kino-Debüt mit „Jenseits der Stille”, für das sie 1998 schon einmal für den Oscar nominiert war, gilt zumindest im Ausland als Hoffnungsträger des jungen deutschen Films.

Auch wenn sie mit der sensibel erzählten und von Kritik und Publikum gleichermaßen hoch gelobten Geschichte einer Tochter gehörloser Eltern knapp an der begehrtesten Filmtrophäe der Welt vorbeischrammte, blieb sie dennoch auf der Erfolgsspur.

„Nirgendwo in Afrika”, das Afrika-Epos um eine jüdische Familie, die vor den Nazis nach Kenia flieht, wurde bereits mit fünf goldenen „Lolas” beim Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

Bei den Golden Globes, die allgemein als richtungsweisend für die Oscars gelten, reichte es zwar zur Nominierung, die Trophäe ging aber an „Hable Con Ella” („Sprich mit ihr”) von Pedro Almodovar. Doch der Spanier ist bei den Oscar-Nominierungen gescheitert.

Auch in der möglichen Oscar-Euphorie bleibt die Münchner Regisseurin Realistin. „Ich hatte einige Gespräche mit sicherlich wichtigen Hollywood-Leuten, aber ich habe keine Lust, dort Nummer Zweihunderttausend zu sein”, sagte sie kürzlich.

Auch das dortige Angebot einer Produktionsfirma für drei Filme hat sie abgelehnt, weil es kein konkretes Projekt gegeben habe. Doch es gibt auch einen weiteren wichtigen Grund, der nichts mit dem Filmen zu tun hat: Die 38-jährige Regisseurin ist seit sechs Monaten Mutter einer Tochter.

Die kleine Pauline habe ihr Leben völlig verändert. „Ich möchte erst einmal Zeit für meine Tochter haben”, setzt Caroline Link deutliche Prioritäten.