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Bonn: Bundeskunsthalle kommt nicht zur Ruhe

Bonn : Bundeskunsthalle kommt nicht zur Ruhe

Die Ernennung des neuen Geschäftsführers der Bundeskunsthalle in Bonn hat erneut für Wirbel um das vom Bund finanzierte Haus gesorgt.

Der von Kuratorium und Gesellschafterversammlung zum kaufmännischen Geschäftsführer berufene Bernhard Spies (57) wies gestern in Bonn Berichte als falsch und haltlos zurück, er habe im Jahr 2001 als Geschäftsführer der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Rostock wegen angeblicher „finanzieller Unregelmäßigkeiten” seinen Hut nehmen müssen.

Die Bundeskunsthalle teilte dazu im Namen der Gesellschafterversammlung, in der Bund (mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann/CDU) und Länder vertreten sind, mit, dass den Entscheidungsgremien die Vorgänge um Spies in Rostock und das Ende seiner Tätigkeit durch einen Aufhebungsvertrag bekannt gewesen seien. Spies sei dazu von den Gremien auch „eingehend befragt” worden. Dabei habe Spies „überzeugend” dargelegt, dass sich die IGA-Gesellschafter und Spies „im gegenseitigen Einvernehmen wegen unüberbrückbarer Gegensätze hinsichtlich der künftigen strategischen Ausrichtung der Gesellschaft getrennt haben”.

Spies soll zum 1. Januar 2008 Wilfried Gatzweiler folgen, der nach vom Bundesrechnungshof beanstandeten Mängeln bei der wirtschaftlichen Führung gehen musste. Das Amt des ebenfalls entlassenen Intendanten Wenzel Jacob wird vom Schweizer Ausstellungsmacher Christoph Vitali weitergeführt.

Als Grund für die Abberufung von Spies in Rostock war offiziell ein „zerrüttetes Vertrauensverhältnis” genannt worden. Spies wurde unter anderem vorgeworfen, er habe sich als IGA-Geschäftsführer bei der Vergabe von Aufträgen nicht an die Richtlinien gehalten. Eine Klage gegen seine Abberufung und auf Entschädigung zog Spies im Jahr 2002 zurück. Dieser Schritt sei damals für ihn notwendig gewesen, um nicht auf eine Abfindung von mehr als 200.000 Euro verzichten zu müssen, erläuterte Spies. Es habe damals „inhaltliche Differenzen” über Finanzierungen gegeben.