Roman „Kafkas letzter Prozess“ von Benjamin Balint

Letzter Prozess : Suche nach jüdischen Motiven in Kafkas Werken

Franz Kafka wurde in Prag geboren, er starb 1924 in Österreich. In Israel ist er nie gewesen, doch Fachleute haben seine Werke immer wieder nach jüdischen Motiven durchforstet.

Nach Kafkas Tod nahm dessen Freund Max Brod einen Koffer voller Manuskripte, Briefe und anderer Dokumente mit nach Palästina. Das ist die Grundlage, auf der im Jahr 2016 das höchste Gericht in Jerusalem zu entscheiden hatte, wem Kafkas Nachlass gehört. Diesen Prozess, in dem die Israelin Eva Hoffe um ihre Ansprüche daran stritt, hat der in den USA geborene Autor Benjamin Balint beobachtet.

Er interpretiert den Streit auch als Tauziehen um die Frage, ob das Werk eher jüdisches oder eher deutsches Kulturgut sei. Er fragt zudem nach dem Verhältnis von Kunst, Nation, Religion und Besitzansprüchen. Aufgeschrieben ist der Literatur- und Gerichtskrimi journalistisch, wissenschaftlich und erzählerisch zugleich: eine gut recherchierte Spurensuche, die nicht nur Kafka-Fans faszinieren kann.

(peka)
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