Roman „Hell Dunkel“ von Julia Rothenburg

„Hell Dunkel“ : Charaktere schwanken zwischen Hoffen und Verzweifeln

Zwei Geschwister, die sich voneinander entfernt haben, nähern sich über den bevorstehenden Tod der Mutter wieder an – sehr viel mehr als für Geschwister üblich. Die Mutter ist eine kalte Frau, der ihr Nachwuchs immer ein wenig gleichgültig gewesen zu sein scheint.

Umso schwerer fällt es Valerie, sich über Monate um sie zu kümmern. Und umso größer ist ihre Wut auf Robert, der sie so lang damit allein gelassen hat. In ihre Bitterkeit mischt sich aber die Freude, ihrem Bruder nah sein zu können. In ihre Wut auf die Mutter die Trauer über den Verlust. Julia Rothenburg stellt dieses Gefühlschaos in ihrem zweiten Roman gut heraus.

Ihre Charaktere schwanken zwischen Hoffen und Verzweifeln, zwischen Verliebtsein und Schuldgefühlen. Oft allerdings zu sehr. Jede Emotion ist ambivalent. Innerhalb weniger Zeilen drehen sich Gefühlslagen so sehr, dass der Leser den Charakteren nicht mehr folgen kann, nicht nachvollziehen, woher ihre Gefühle kommen und was Rothenburg eigentlich zeigen will.

(kt)
Mehr von Aachener Nachrichten