Krimi „Falsche Ursula“ von Mercedes Rosende

Krimi „Falsche Ursula“ : Wenig Gewalt und dennoch große Spannung

Eine unfreiwillige Hobbydetektivin aus Montevideo: übergewichtig, unzufrieden, stets im Schatten ihrer von Glück begünstigten Schwester Luz. Mit Ursula Lopez trägt sie denselben Namen wie die Ehefrau eines Entführten.

Von dieser „echten“ Ursula wollen die Entführer Geld für die Freilassung deren Ehemanns erpressen, von dem sie allerdings seit einiger Zeit getrennt lebt. Ihr Mann hat eine Geliebte, mit der er nach La Paz fliegen wollte. Aber auf dem Weg zum Flughafen wird er entführt und in einem geheimen Vorort von Montevideo gefangen gehalten. Einem der Gangster fällt die Aufgabe zu, die Ehefrau des Entführten anzurufen und das Lösegeld zu fordern. Irrtümlich ruft er bei der „falschen“ Ursula Lopez an, und die Krimikomödie nimmt ihren Lauf.

Die „falsche“ nimmt die Rolle der „richtigen“ Ursula an und mutiert von der Erpressten mit einem Geniestreich zur Erpresserin. Inzwischen stellt sich heraus, dass ein anderer der Gangster die unter dem Autositz versteckte Aktentasche des Entführten mit 500.000 in welcher Währung auch immer an sich genommen hat und damit verschwunden ist. Er meldet sich bei seinem Partner nicht mehr und lässt ihn mit der menschlichen Beute allein.

Aus dieser verzwickten Situation entwickelt sich ein intelligenter und immer aufregender werdender Krimi. Die Autorin unterbricht den Hauptstrang immer wieder mit ablenkenden Zwischenschnitten, was ablenkt, aber die Spannung im Hauptstrang erhöht und am mehr oder weniger glücklichen Ende zu einer überraschenden Auflösung der verwickelten Verhältnisse führt.

Beide Ursulas begegnen sich, und auch die Schwester Luz tritt noch einmal in der Dunkelheit vor dem Versteck des Entführten auf. Wenig Gewalt, gute Tricks, keine Toten und dennoch große Spannung – der Zürcher Verlag findet immer wieder beste Krimiliteratur in den entlegensten Teilen der Welt und unterhält mit dieser Globalisierung der Spannung ganz köstlich.

(halo)