Aachen: „Brücken bauen“ lautet diesmal das Motto der Chorbiennale

Aachen : „Brücken bauen“ lautet diesmal das Motto der Chorbiennale

„Bridges“ — so lautet das Motto der 5. Internationalen Chorbiennale Aachen, die vom 9. bis zum 17. Juni stattfindet. Inspiriert hat die Veranstalter dazu die wenig erfreuliche gesellschaftliche und politische Entwicklung in Europa und das Gefühl, auch mit der Chorbiennale ein Signal dagegen setzen zu müssen.

„Es geht darum, Brücken zu bauen“, erklärt Martin te Laak am Montag bei der Vorstellung des Programms. Er leitet mit dem Aachener Kammerchor einen der vier mitveranstaltenden Initiativchöre der Biennale. Zusammen mit seinen Kollegen Fritz ter Wey (Der Junge Chor Aachen), Harald Nickoll (Carmina Mundi), Georg Hage (Kammerchor des Aachener Bachvereins), dem Theater Aachen und dem Kulturbetrieb der Stadt Aachen stemmen sie diesmal insgesamt 28 Veranstaltungen. Die künstlerische Produktionsleitung liegt wieder in den Händen von Ansgar Menze.

Beinahe wäre aus der Biennale eine Triennale geworden, nachdem im Juli 2016 Erwägungen im Raum standen, die Fortsetzung auf 2018 zu verschieben — wegen einer ausbleibenden Landesförderung. Doch die Chorleiter waren entschieden dagegen, und so konnte trotz eines von 150.000 auf 130.000 Euro gesunkenen Budgets ein nur geringfügig gekürztes Programmangebot auf die Beine gestellt werden.

Gespart wurde beim Marketing und bei den Reisekosten der vier Partnerchöre. Das sind diesmal der Credo Kammerchor Kiew (Ukraine), der Ave Kammerchor Ljubljana (Slowenien), der ChŒur de Chambre Mikrokosmos Vierzon (Frankreich) und der Mikaeli Kammarkör Stockholm (Schweden). Die Gäste aus Kiew sollten eigentlich schon 2015 mitwirken — allein: Damals wurden die Männer des Chors zur Armee abkommandiert.

Außerdem dabei: das Vokalensemble Rajaton Helsinki — ein Chor, der praktisch alles singt und Brücken zwischen den Genres baut: Klassik und Folk, Rock und Pop. Der Name ist Programm: Rajaton heißt auf Deutsch „grenzenlos“. Die drei Frauen und drei Männer haben schon Konzertsäle auf der ganzen Welt gerockt. Harald Nickoll: „Eine Sensation, dass sie zu unserer Chorbiennale kommen.“ Am 15. Juni (20 Uhr) ist diese außergewöhnliche A-cappella-Formation aus Finnland im Theater Aachen zu erleben.

Auftakt im Ex-Straßenbahndepot

Das Auftaktkonzert indessen wird ein „Überraschungsei“ (Martin te Laak): Es findet statt in dem zu einem Kulturkomplex umgebauten ehemaligen Aachener Straßenbahndepot an der Talstraße, das erst im Februar eröffnet und musikalisch noch nie bespielt wurde. Der Aachener Kammerchor prüft zusammen mit dem Partnerchor aus Kiew am 9. Juni (20 Uhr) die Akustik des Hauses unter dem Motto „Bridges to your soul“.

Am gleichen Ort geht auch das Abschlusskonzert eines WDR-Schulchor-Projekts über die Bühne (12. Juni, 19 Uhr), bei dem Chöre der Marienschule Euskirchen, des Kreisgymnaiums Heinsberg, der Gesamtschule Aachen-Brand, des Inda-Gymnasiums Aachen und der Viktoriaschule Aachen mitwirken. Die Leitung hat Rolf Schmitz (WDR).

Auf dem Programm des gemeinsamen Konzerts der Aachener und der internationalen Kammerchöre (16. Juni, 20 Uhr, Aula RWTH) steht „Carmina Burana“.

Von den insgesamt 30.000 Besuchern der letzten Chorbiennale im Jahr 2015 ließen sich allein 15 000 von der Langen Chornacht bezaubern. Die gehört auch diesmal ganz sicher wieder zu den Höhepunkten, wenn am Samstag, 17. Juni, von 18 bis 24 Uhr an verschiedenen Orten in der Aachener Innenstadt sage und schreibe 70 Chor- und Vokalformationen aus Aachen und der Euregio ihre Stimme erheben. Punkt 24 Uhr erklingen dann vor dem historischen Rathaus zum letzten Mal Gesänge der 5. Internationalen Chorbiennale.

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