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Bonn: Bonn ist für die „Blauen Samurai” gewappnet

Bonn : Bonn ist für die „Blauen Samurai” gewappnet

Ab dem 20., spätestens ab dem 25. Mai, ticken im Rheinischen Landesmuseum in Bonn die Uhren anders. Sie gehen vor und sind uns Rheinländern acht Stunden voraus.

Dort, wo sich sonst alles um Exponate wie Gewandspangen, Gläser und Goldmünzen, Heilsaltäre, Hunnenkessel und Hirschgeweihmasken, Wagengräber, Wandmalereien und Würfeltürme dreht, kreist das Bewusstsein plötzlich primär um Zeitgenössisches. Asahi Shimbun, Nihon Keizai oder Mainichi Daily News sind Vokabeln, die man sich für sechs Wochen wird merken müssen. Während der Fußball-Weltmeisterschaft wird das größte Museum des Landschaftsverbandes Rheinland nämlich offizielles Medienzentrum der japanischen Berichterstattung.

200 Journalisten aus Nippon werden erwartet, für die es Arbeitsplätze mit Internetverbindung, Faxgeräten und Kopierern bereitzustellen gilt, hinzu kommen rund 100 deutsche Kollegen. Weil Bonn der Ort ist, wo die japanische Nationalmannschaft trainiert und logiert, wird die ehemalige Bundeshauptstadt zum Epizentrum des runden Leders. „Mir ist der Adrenalinspiegel hochgegangen, als ich hörte, dass sich die Japaner für uns entschieden haben”, gesteht Harry Voigtsberger, Erster Landesrat und Kämmerer des LVR.