1. Kultur

Aachen: Blick auf die Bühnen der Nachbarn

Aachen : Blick auf die Bühnen der Nachbarn

„Schau mal an!” - Unter diesem Motto startet das Theater Aachen in der nächsten Woche - nach 2004 - zum zweiten Mal ein Flandern-Festival.

Vom 21. bis zum 26. Juni stellt sich die nachbarliche Szene im Mörgens und in den Kammerspielen vor: Theater, Stücke und Autoren aus Flandern und den Niederlanden kann das Publikum dabei hautnah kennen lernen.

Höhepunkt ist ein Gespräch mit den jeweils drei Regisseuren und Autoren, deren Stücke das Theater Aachen in dieser Saison zur deutschen Erstaufführung brachte (23. Juni, 21.30 Uhr, Mörgens). „Bistro Martino”, „Auf in die Liebe”, „Mutterliebe”.

Man darf gespannt sein, ob Arne Sierens, Peer Wittenbols und das Theater Kopergietery aus Gent ihre Werke in den Inszenierungen von Jasper Brandis, Philip Stemann und Kay Wuschek wieder erkannt haben.

Das lockere Thema des Gesprächsabends lautet „Tulpen, Fritten, Printen - Wer macht wie Theater?” Dabei dürften die flandrischen Autoren auch aus dem Nähkästchen plaudern, unter welch ganz anderen Bedingungen als in Deutschland sie gewöhnt sind zu arbeiten.

„Dort gibt es keine Bühnenverlage, die meisten Stücke werden nie wieder gespielt”, erzählt Heike Wintz. „Es gibt auch keine festen Häuser, die Ensembles reisen herum und gehen auf Gastspieltourneen.” Demgegenüber muss ihnen die subventionierte deutsche Theaterlandschaft wie das Paradies vorkommen.

Bei den Stücken wird nicht wie bei uns getrennt, ob sich das Stück an Kinder, Jugendliche oder Erwachsene richtet - etwa bei „Alice” von Pipijn Lievens, einem „Roadmovie des Theaters Kopergietery für Menschen ab zehn, das als Gastspiel im Mörgens über die Bühne geht (23. Juni, 21.30 Uhr).

Das zweite Gastspiel im Rahmen des Flandern-Festivals liefert die Bühne „Lampe speelt” aus Brüssel. Sie wird das Stück „Ismael Stamps Empfang” von Pieter De Buysser in englischer Sprache im Mörgens aufführen (24. Juni, 20 Uhr). Das Stück dreht sich um einen Menschen, der stets für einen anderen gehalten wird und niemals „fertig” ist, und damit um die Frage der persönlichen Identität.

Die anderen Vorstellungen sind szenische Lesungen in Deutsch: „Mariahilf” von Arne Sierens und „Cloaca” von Maria Goos (25. Juni, 20 Uhr Mörgens). Verschiedenste Werke werden gelesen von dem wichtigsten Literaten Flanderns, der sich zum gemeinsamen Brunch mit dem Publikum vormittags (26. Juni, 11 Uhr) im Mörgens die Ehre gibt: Stefan Hertmans.

„Im Lustgarten der Sprache” ist die Begegnung treffend überschrieben, bei der es Erzählungen, Essays und Gedichte des 44-jährigen Genters kennen zu lernen gibt.

Die geballte Szene stellt sich mit sechs Autoren bei der Abschlussveranstaltung „Neuland” vor (26. Juni, 20 Uhr, Mörgens): Eric-Ward Geerlings, Bart Meuleman, Bodil de la Parra, Pascal Platel, Raven Ruell und Lot Vekemans. Hinzu gesellt sich eine der berühmtesten holländischen Schauspielerinnen: Elsie de Brauw.

Abgerundet wird das Programm mit Aufführungen der aktuellen Flandernstücke im Spielplan des Theaters Aachen: „Mutterliebe” (21. Juni, 20 Uhr, Kammerspiele) und „Bistro Martino” (23. Juni, 20 Uhr, Kammerspiele).