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Aachen: Berndorf: Verblüfft über den eigenen Krimi-Erfolg

Aachen : Berndorf: Verblüfft über den eigenen Krimi-Erfolg

Das Bild passt: Wie ein Zaungast lehnt Jacques Berndorf, die Lederjacke über die Schulter geworfen, an einem Mauerpfeiler im Forum M der Mayerschen Buchhandlung in Aachen, derweil seine Lesung noch anmoderiert wird.

Kurz vorher hatte der 68-jährige Wahl-Eifeler, der zu den Kultfiguren der Regionalkrimi-Szene gehört und mit bürgerlichem Namen Michael Preute heißt, im Gespräch mit unserer Zeitung bekannt: „Vor mehr als drei Millionen Auflage steh´ ich absolut fassungslos.”

Den Erfolg hat der gelernte Journalist nie gesucht - er ist ihm widerfahren. Inzwischen gibt es mit „Eifel-Träume” ein neues Werk. Berndorf/Preute gehört zu den Literaten, die das Glück haben, das Bild, das sich die Öffentlichkeit von ihm macht, selbst geschaffen zu haben.

Die Glätte, die sonst oft in PR- und Marketing-Abteilungen der Verlage zurechtgeschliffenen Vertretern seines Faches anhaftet, geht ihm völlig ab. Das bedeutet nicht, dass der Schriftsteller verschlossen oder grantig ist. Im Dialog vermittelt sich eine Warmherzigkeit auch die Zuhörer bei der Lesung faszinierte.

Der Mann, der sich Jacques Berndorf nennt, ist also alles andere als ein „Hans Dampf in allen Gassen”. Eloquent und geistig höchst beweglich ist er darum nicht minder. So gibt er zu Protokoll: „Ich habe noch so viele Geschichten im Kopf, dass ich sie in diesem Leben nicht mehr werde schreiben können.”

Befragt, welche von diesen hypothetischen Erzählungen für ihn im Fall eines Falles die höchste Priorität hätte, antwortet der Autor: „Eine Geschichte habe ich ganz besonders im Fokus: Die dreht sich um die Macht der katholischen Kirche.”

Vier Monate recherchiert der gebürtige Duisburger gründlich jedes Thema, um das Buch dann in weit kürzerer Zeit (sechs Wochen) zu schreiben. Mit der Eifel beschreibe er einen Archetyp der Provinz, den er mit Menschen und anderen Konstanten bestücke wie ein Ausstatter die Theaterbühne. Das wird überall verstanden.