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Aachen: Beim CHIO 2009 werden die Karten teurer

Aachen : Beim CHIO 2009 werden die Karten teurer

Am ersten Tag des CHIO 2008, eröffnet der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) den Kartenvorverkauf für das Turnier des kommenden Jahres. Klar ist: Die Pferdesportfans müssen tiefer in die Tasche greifen.

Der Veranstalter hat für 2009 die Eintrittspreise, mit denen er ein Drittel des Gesamtbudges (10,3 Millionen Euro) bestreitet, im Durchschnitt beim Springreiten und der Dressur um 15 Prozent angezogen.

Frank Kemperman, ALRV-Vorstandsvorsitzender, begründet dies mit „einer Kostenexplosion in alle Richtungen”. Dennoch wollen die Verantwortlichen das Reitturnier als Volksfest bewahren: „Am wichtigsten ist: Jeder soll weiterhin die Möglichkeit haben, am CHIO teilzuhaben. Wer sich zum Beispiel eine Stehplatz-Dauerkarte besorgt, zahlt auf den Tag umgerechnet 10,50 Euro. Das lässt man schnell schon in einem Parkhaus”, sagt Kemperman.

Ferner richtet der ALRV eine neue Preiskategorie 1 ein, mit der die ersten drei bis sechs Reihen auf den Tribünen unter dem Vorjahrespreis verkauft werden. Sozial Bedürftige mit Aachen-Pass erhalten mittwochs und freitags Eintritt für einen Euro, die Ermäßigungen für Schüler und Studenten liegen bei 25 Prozent.

Nach den letzten Prüfungen kommt man gratis ins CHIO-Dorf. Und dennoch wird der Griff in die Tasche der Besucher in zahlreichen Einzelfällen ab dem Donnerstag der Turnierwoche 2009 merklich tiefer - dienstags und mittwochs bleiben die Preise stabil.

Der Veranstalter begründet die Anpassung nicht nur mit gestiegenen Kosten, sondern auch mit den Anforderungen „eines harten internationalen Wettbewerbes”, so Vermarkter Michael Mronz.

Neue Turniere wie Katar, Kuala Lumpur, Monaco oder Cannes würden die Reiter mit viel Geld locken. S?o Paulo winke mit 1,8 Millionen Preisgeldern. Der ALRV schraubte die Dotierung in diesem Jahr auf 1,69 Millionen (gegenüber 1,32 Millionen im Jahre 2002).

Schließlich, so Mronz, stehe der CHIO auch in Konkurrenz zu anderen Sportevents wie Wimbledon, Formel 1 oder Vierschanzentournee, die mit ihrer gewachsenen Infrastruktur Fernsehen und Wirtschaft immer stärker binden würden. Auch da musste der ALRV nachlegen: „Ohne unsere Flutlichtveranstaltungen hätten wir auf dem Markt inzwischen große Probleme”, sagt Mronz.

Kemperman tröstet sich derweil mit der Erkenntnis, „dass wir im Vergleich zu anderen Veranstaltungen immer noch relativ günstig liegen”. So beträgt etwa der Preis für einen überdachten Sitzplatz beim Hamburger Derby 40 Euro gegenüber 25 Euro beim CHIO 2009.

Der günstigste Sitzplatz beim Tennis World-Team-Cup in Düsseldorf kostet 55 Euro (CHIO 16 Euro), bei der Formel 1 am Renntag in Hockenheim 395 Euro. Für die Show „Pferd und Sinfonie” zahlt der Besucher beim CHIO zehn Euro (Stehplatz) bzw. 21 Euro (Sitzplatz), die Karten bei der Pferdeshow „Apassionata” liegen bei 19 bis 79 Euro.