Aachen: Begrenzte Mittel: Liederabend an der Hochschule

Aachen : Begrenzte Mittel: Liederabend an der Hochschule

Eine Wiederbegegnung mit der jungen Sopranistin Soetkin E., ehemalige Stipendiatin der Theaterinitiative Aachen und Ensemblemitglied des Theaters, bescherte der hiesigen Musikhochschule einen erfreulich gut besuchten Liederabend im Konzertsaal.

So waren die Hörerinnen und Hörer, in der Mehrzahl Mitglieder der Initiative, gespannt auf die künstlerische Entwicklung der jungen Sängerin, der sie durch ihr Stipendium eine nicht zu unterschätzende Starthilfe für ihre weitere Karriere gewährt hatten.

Ihr Klavierpartner war an diesem Abend Ulrich Eisenlohr, Professor für Liedbegleitung an der Musikhochschule. Die beiden hatten sich für ein Programm entschieden, das zeitlich um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert angesiedelt war. Das gab Eisenlohr die Möglichkeit, den durch die Musikhochschule neu erworbenen nachgebauten Hammerflügel zu präsentieren und an Liedern und Gesängen von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Antonio Salieri und Franz Schubert aufzuzeigen, wie das wohl in der Zeit der Entstehung der Werke geklungen haben könnte.

Dass bei diesem Instrument immer ein Klavierstimmer zum Nachstimmen anwesend sein muss, was in diesem Fall in der Pause auch notwendig war, ist ein weniger angenehmer Aspekt dieser an sich erfreulichen Neuanschaffung.

Fünf Lieder aus den englischsprachigen „Original Canzonettas“ von Haydn und sieben Lieder, darunter vier verschiedene Vertonungen von Goethes „Mignon“ von Beethoven bildeten den ersten Teil. Soetkin E. singt diese Lieder völlig unprätentiös, mit sympathischer Natürlichkeit und ohne jeden Anflug von Maniriertheit. Allerdings klingt ihr dunkel timbrierter Sopran durch ein bemerkenswert starkes Vibrato sehr unruhig, was bei einer so jungen Sängerin bedenklich erscheint. Da sich dazu starke Intonationstrübungen einstellten, wirkte der Vortrag unausgeglichen. Wie denn überhaupt die gestalterischen Mittel und die stimmliche Modulationsfähigkeit der Sängerin begrenzt erschienen.

Die zeitliche und stilistische Beschränkung der Programmauswahl, die im zweiten Teil noch Lieder von Salieri und eine Auswahl von vier bedeutenden Schubert-Liedern bot, trug auch nicht zur Erhöhung der Spannung bei, so stilistisch und technisch versiert Ulrich Eisenlohr auf dem warm und äußerst differenziert klingenden Instrument auch gestaltete.

Der jungen Künstlerin bleibt zu wünschen, dass sie einen ihr gemäßen Weg für ihre weitere Karriere findet.

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