1. Kultur

Grevenbroich: Baustellen-Unglück: Toter geborgen, Ermittler setzen Arbeit fort

Grevenbroich : Baustellen-Unglück: Toter geborgen, Ermittler setzen Arbeit fort

Nach dem schweren Baustellen-Unglück in Grevenbroich bei Neuss haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Wochenende ihre Ermittlungen zur Ursache fortgesetzt. Neue Erkenntnisse zur Ursache seien vorerst nicht zu erwarten, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Am Abend zuvor war der dritte Tote auf der Kraftwerksbaustelle geborgen worden. Die Leiche des 32 Jahre alten Monteurs hatte auf einem Querträger in 78 Metern Höhe gelegen. Am Donnerstag war ein Gerüst zum Teil eingestürzt. Insgesamt kamen drei Menschen zu Tode.

Die Bergung des 32-Jährigen war nach Angaben eines Polizeisprechers schwierig. Zunächst mussten die Einsatzkräfte Trümmer wegräumen, die herunterzufallen drohten. Erst am späten Samstagnachmittag war es gelungen, den Leichnam herunterzuholen. Zwei 25 und 35 Jahre alte Monteure waren bereits am Freitag tot geborgen worden.

Die Ursache für das Unglück war nach wie vor unklar. Wie die Polizei mitteilte, nahmen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Sachverständige die Untersuchungen auf. Sie sollen klären, warum die tonnenschweren Stahlteile aus mehr als 100 Metern Höhe zu Boden stürzten. Nach Angaben des Unternehmens Hitachi Powers, das für den Kesselbau verantwortlich ist, kommen als mögliche Ursachen Materialfehler, Fertigungsprobleme, Konstruktionsfehler oder menschliches Versagen infrage.

Wann die Arbeiten an der Baustelle - einer der größten Europas - wieder aufgenommen werden, liege noch vollkommen im Dunkeln, betonte ein Hitachi-Sprecher. „Klar ist im Moment wohl nur, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht mehr eingehalten werden kann”, sagte er. Der Energiekonzern RWE errichtet in Grevenbroich derzeit das modernste Braunkohlekraftwerk der Welt.

Zu dem Unfall kam es, als ein Spezialkran Stahlträger auf die Gerüstkonstruktion an einem Großkessel setzen sollte. Aus unbekannten Gründen lösten sich vier Teile mit einem Gesamtgewicht von 450 Tonnen und rissen die Arbeiter mit sich.