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Köln: Autobahnpolizei warnt vor reisenden Betrügern

Köln : Autobahnpolizei warnt vor reisenden Betrügern

Sie stehen auf dem Standstreifen, in Ausfahrten oder unter Brücken und täuschen eine Panne vor: Immer häufiger sind auf deutschen Autobahnen reisende Täter unterwegs, die Autofahrer um ihr Geld bringen wollen.

Besonders aktiv waren derartige Banden zuletzt im Großraum Köln. Dutzende Geschädigte sind dort laut Polizei in den vergangenen Wochen den sogenannten Autobahngold-Betrügern auf den Leim gegangen.

„Sie täuschen eine Panne oder einen leeren Tank vor und bitten andere Autofahrer um Hilfe”, sagt der Leiter der Kölner Autobahnpolizei Werner Goertz. Im Tausch gegen beispielsweise 50 Euro würden sie den hilfsbereiten Autofahrern Goldschmuck anbieten.

„Das ist allerdings nicht mehr als Schrott, es handelt sich wirklich um billigste Pfennigartikel.” Einer, der von den „Autobahngold-Betrügern” angehalten wurde, ist Mobilfunktechniker Andreas Pozelt.

Der 30-Jährige war auf der A 59 zwischen Düsseldorf und Köln unterwegs und wollte an der Ausfahrt Rheindorf die Autobahn verlassen. „Da sah ich auf dem Standstreifen schon einen winkenden Mann”, erinnert sich Pozelt. „Ich fuhr rechts ran und stieg aus.”

In gebrochenem Deutsch habe ihm der Mann etwas von einem leeren Tank erzählt. „Mehr hab ich nicht verstanden, das war alles Kauderwelsch.”

Letztlich sei man zusammen ins Auto gestiegen, um zu einer nahe gelegenen Tankstelle zu fahren. Im Auto habe der Mann dann seine wahren Absichten offenbart.

„Er zeigte mir plötzlich einen großen, klobigen Ring und wollte im Austausch Geld von mir. Ich habe ihn daraufhin gebeten, auszusteigen. Letztlich musste ich deutlich werden, der Mann war ganz schön hartnäckig.”

Hartnäckige Betrüger mit mieser Masche, eventuell gefährlich

Pozelt rief die Polizei, bei deren Eintreffen waren die mutmaßlichen „Autobahngold-Betrüger” aber längst über alle Berge.

„Für uns ein typischer Fall - mit dem Unterschied, dass dieser Autofahrer der Bande nicht auf den Leim gegangen ist”, so Werner Goertz von der Autobahnpolizei.

In rund 50 Fällen in den letzten Monaten hätten die Betrüger mehr Erfolg gehabt, hinzu käme noch eine riesige Dunkelziffer. „Ganz klar: Bei einem Schaden von 50 Euro gehen viele nicht zur Polizei”, betont Goertz.

„Manchen ist der Schaden nicht groß genug, anderen ist es auch zu peinlich.” Laut Polizei sei es nicht nur verwerflich, derart die Hilfsbereitschaft anderer Autofahrer ausnutzen - es sei vor allem auch gefährlich.

„Diese Betrüger können Unfälle verursachen, indem sie auf Autobahnen oder in Abfahrten parken. Nicht zuletzt deshalb versuchen wir, ihnen das Handwerk zu legen.”

Allzu große Möglichkeiten allerdings haben die Beamten nicht. Bei einem Schaden von 50 Euro können sie niemanden in Untersuchungshaft sperren. „Wir müssen die Täter meist wieder laufen lassen”, erklärt Goertz.

Bei den Betrügern handelt es sich den Angaben zufolge um Osteuropäer, vor allem Rumänen. Laut Ermittlungen sind sie mit Autos verschiedenster Fabrikate und Kennzeichen unterwegs.

Die Polizei setzt deshalb vor allem auf Aufklärung und die Wachsamkeit der Autofahrer. So wie bei Andreas Pozelt: „Der goldene Ring sah aus, wie aus einem Kaugummiautomaten. Ich kann anderen Autofahrern nur raten, misstrauisch zu sein. Sonst muss man seine Hilfsbereitschaft noch teuer bezahlen”, sagt er.