1. Kultur

Autobahnkontrollen ohne Grenzen

Autobahnkontrollen ohne Grenzen

Euregio (an-o) - Um 80 Prozent ist die Zahl der Unfälle seit 1992 gestiegen, an denen Lkw beteiligt sind. Am Donnerstag starteten Autobahnpolizisten aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien ihre grenzüberschreitende Kontrollen. Weitere sieben folgen in diesem Jahr.

Papiere und Fahrtenschreiber kontrollieren, Ladung überprüfen, Bremsen und Reifen begutachen - von den 55.000 Lkw, die täglich die Euregio passieren, kam am Donnerstag kaum einer ohne Kontrolle durch das Gebiet. An zwölf Stellen in den Niederlanden und Deutschland und Belgien hatten die Autobahnpolizeien der Länder Kontrollpunkte eingerichtet. 100 Polizisten waren gleichzeitig im Einsatz, um Raser oder Gurtmuffel zur Raison zu bringen.

Zu schnell

Unangepasste oder zu hohe Geschwindigkeit führen allein zu 25 Prozent der Unfälle. Ein großes Problem ist auch die schlecht oder gar nicht gesicherte Ladung. "Durch herunterfallende Teile am Lkw sterben jedes Jahr mehrere Menschen. Vermeidbare Schicksale", betont Raymond Lausberg von der Autobahnpolizei Lüttich.

Der niederländische Kollege Marte Maring hat sich auf die manipulierten Fahrtenschreiber spezialisiert, kein "Kavaliersdelikt", wei er betont. Dennoch: "Es geht uns nicht darum ein Feindbild aufzubauen oder besonders viel Geld zu kassieren, sondern wichtig ist die Einsicht, deshalb arbeiten wir präventiv". Auf "vorbeugende Maßnahmen" setzen auch die Fahrer. Sie sind meist schon 100 Kilometer vor der Kontrolle über CB-Funk von einem Kollegen informiert worden, dass da "so ein grün-weißer Reklamewagen steht" wie Fernfahrer die deutschen Polizisten schon mal liebevoll betiteln. Den Beamten ist das funktionierende Kommunikationssystem der Brummifahrer nur Recht. "In der Zeit, wo sie eine Kontrolle befürchten, fahren sie wenigstens angepasst", meint Karl-Heinz Riedel, Leiter der Autobahnpolizei Düsseldorf.

Der Erfolg ist dann aber eher kurzfristig auf den Kontrollraum bezogen, längerfristig hofft die Polizei, dass der monatliche Fernfahrerstammtisch an der Raststätte Aachener Land Wirkung zeigt und sich einige der 85 Prozent Gurtmuffel unter Lkw-Fahren auf die Sicherheit besinnen. Manchmal hilft das Bußgeld bei der Einsicht.

Am nachhaltigsten präsentiert sich da der belgische Katalog, der zum 1. Juni noch mal kräftig anzieht. Nur ein Beispiel: Das Überfahren der durchgezogenen Linie kostet in Deutschland zehn Euro, in Belgien 200. Und auch das Telefonieren beim Fahren ist bei den Nachbarn teurer: 30 Euro kostet in Deutschland, in den Niederlanden 136 und in Belgien 200 Euro.