1. Kultur

"Autobahnen in NRW überwiegend gut"

"Autobahnen in NRW überwiegend gut"

Aachen (an-o/mar) - In den Kommunen klaffen derzeit nicht nur im Stadtsäckel deutliche Löcher: Der Zustand des kommunalen Straßennetzes ist mancherorten denkbar schlecht. Anders das Bild bei Autobahnen und Bundesstraßen: Hier fließen die Mittel beständiger.

So sieht der jüngste Bundesverkehrswegeplan sogar einen geringfügig erhöhten Etat für Instandhaltungsarbeiten an nordrhein-westfälischen Straßen und Autobahnen vor. Im vergangenen Jahr investierte der Landesbetrieb Straßenbau NRW mehr als 200 Millionen Euro in das Fernstraßennetz. Den Löwenanteil verschlangen dabei die Autobahnen (rund 140 Millionen).
Knapp zwei Drittel dieser Mittel wurden zur Sanierung von Fahrbahndecken verwendet. Die übrigen Gelder mussten zum Erhalt von Brücken, Lärmschutzmauern und anderen Bauwerken aufgewendet werden. "Die nordrhein-westfälischen Fernstraßen sind ganz überwiegend in einem guten Zustand", versichert Horst Metzler, Leiter des Erhaltungsmanagements beim Landesbetrieb.

Derzeit nimmt ein Messfahrzeug mit dem passenden Namen "Argus" alle Bundesstraßen im Lande unter die Lupe. Das zwei Millionen Euro teure High-Tech-Fahrzeug tastet mit sensiblen Außenkameras und Hochleistungsstroboskopen Zentimeter um Zentimeter des insgesamt 4850 Kilometer langen Straßennetzes ab. Die Ergebnisse der Aktion liefern Angaben über die Ebenheit und Griffigkeit der Straßen. "So erhalten wir ein perfektes Gesamtbild, und können das verfügbare Geld optimal einsetzen", erklärt Metzler.

Denn im Schnitt hält die Fahrbahndecke einer Autobahn 15 bis 20 Jahre. Wie lange genau, hängt indes von der individuellen Belastung ab. "Ein 40-Tonner beschädigt die Straße so stark wie 160.000 Pkw. Hinzu kommen saisonale und regionale Faktoren: Eine Straße in der Eifel ist höheren Belastungen ausgesetzt, als eine im Rheinland", so Metzler.

Vom Automobil-Club ADAC kommt derweil Kritik am neuen Verkehrswegeplan. Dieser gehe noch nicht weit genug, sagt ADAC-Sprecher Hartmut Minjoth. Allerdings sei die Situation bei Fernstraßen tatsächlich "nicht annähernd so dramatisch wie auf kommunaler Ebene".

Ein sichtbares Indiz für den drohenden Verfall sei hier eine drastische Zunahme von Amtshaftungsprozessen: "Die Schadensersatzforderungen gegen die öffentliche Hand sind in den vergangenen drei Jahren um satte 200 Prozent gestiegen", erläutert Minjoth. Die Ursache in den meisten Fällen: schadhafte Straßen. Dies könne sich der deutsche Staat nicht länger erlauben, klagt der ADAC.