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Frankfurt: „Ausstellungsprogramm auf hohem Niveau”

Frankfurt : „Ausstellungsprogramm auf hohem Niveau”

In der Diskussion um das Aachener Suermondt-Ludwig-Museum greift nun auch dessen ehemaliger Direktor, Ulrich Schneider, aus Frankfurt ein, wo er das Museum für Angewandte Kunst leitet.

In seiner bemerkenswerten Stellungnahme lässt er zehn Jahre Museumsaktivitäten unter seiner Ägide unter dem Titel „Museum ohne Profil?” Revue pasieren und wehrt sich damit indirekt gegen die Einschätzung, das Museum habe unter seiner Leitung kein Profil entwickelt.

Schneider erinnert daran, dass das Konzept „Kunst konsequent, von der Antike bis zur Gegenwart” vom „Kulturausschuss der Stadt Aachen mit Begeisterung zur Kenntnis genommen” wurde.

Und er benennt die zahlreichen Ausstellungshöhepunkte, die nicht nur alte Kunst betrafen, aber dennoch höchst erfolgreich waren: „Die Sammlung Nannen gab mit Meisterwerken der Klassischen Moderne 1994 den Auftakt, mehrfach wurden bedeutende Privatsammlungen spätmittelalterlicher Skulptur gezeigt und mit einer norddeutschen Privatsammlung leuchteten 2003 die Gemälde von Monet, Slevogt und Beckmann auf. Natürlich galt ein Hauptaugenmerk dem Kern der Sammlung, der spätmittelalterlichen Kunst.”

Etwa die Schau „Gegen den Strom - Meisterwerke niederrheinischer Skulptur in Zeiten der Reformation” (1996). „Immer wieder wurden wir der Aufgabe gerecht, in Vergessenheit geratene Künstler mit Ausstellungen zu reanimieren, so 1997 Sebastian Stoskopff, 2001 Johann Kupezky, und 2002 Johann Wilhelm Schirmer, Ausstellungen, die gemeinsam mit hochprofilierten Instituten in Straßburg, Prag und Karlsruhe durchgeführt wurden.”

Daneben sei die Kunst der Gegenwart in einen Dialog mit der Sammlung gestellt worden, Beispiele: mit Christo und Jeanne Claude (2005), Raoul Ubac (1996) oder Enzo Cucchi (1997).

„Die zeitgenössischen Bildhauer fanden im Suermondt-Ludwig-Museum als legitime Nachfahren der mittelalterlichen Meister eine echte Heimstatt, und von Franz Bernhard (1995) über Alf Schuler (1996), von Friedrich Gräsel (1997), Menashe Kadishmann (1998) zu Shlomo Koren (2003), waren die Besten hier vertreten.” Nicht zu vergessen: die erfolgreichen Fotoausstellungen.

Schneider resümiert: „Kurzum, ein dem Hause angemessenes, ganzheitliches Ausstellungsprogramm der abendländischen Kunstgeschichte wurde auf hohem Niveau entwickelt und verwirklicht.” Und er schließt: „Ich finde, eine gute Erinnerung an die jüngere Vergangenheit des Suermondt-Ludwig-Museums wäre angebracht, an ein Museum dessen Aktivitäten immer geschätzt und gelobt wurden.”

Eine Änderung von Museumsprofilen sei normal. „Darüber sollte aber die Freude am schönsten Beruf und an der anspruchsvollsten Aufgabe nicht verloren gehen. Dies wünsche ich meinen verehrten früheren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie meinem seit Jahren geschätzten Nachfolger von ganzem Herzen.”