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Hamm: Ausstellung: Bedeutung des Pferdes für den Menschen

Hamm : Ausstellung: Bedeutung des Pferdes für den Menschen

Der Bedeutung des Pferdes für den Menschen von der Urgeschichte bis zum Mittelalter ist von diesem Sonntag an eine Ausstellung im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm gewidmet. Gezeigt werden in einer „archäologischen Zeitreise” etwa Funde von einem Rastplatz von Jägern aus der Steinzeit, als Pferde noch als Beutetiere gejagt wurden.

Die Entwicklung der Reitkultur dokumentieren Sporen, Trensen und Sättel aus der Zeit der Germanen bis zur höfischen Kultur des Mittelalters. Zu sehen sind insgesamt 250 Exponate. Die Ausstellung „Pferdeopfer - Reiterkrieger. Fahren und Reiten durch die Jahrtausende” endet am 29. Juli. Sie war zuvor bereits in Bremen gezeigt worden und soll anschließend im Krefelder Museum Burg Linn zu sehen sein.

Seit etwa 2000 vor Christi Geburt habe der Mensch das Pferd als Haustier genutzt, zunächst als Zugtier für Kultwagen, teilte das Museum am Donnerstag mit. Zaumzeugteile solcher Zugpferde und das bronzene Rad eines Kultwagens aus Stade bei Hamburg zeigten die hohe Kunstfertigkeit der Handwerker und den hohen Rang des Pferdes schon zwischen 1500 und 1000 vor Beginn der Zeitrechnung.

Für die Germanen sei das Pferd eines der wichtigsten Kulttiere gewesen, wie zahlreiche geopferte Skelette belegten. Gezeigt wird in der Ausstellung in diesem Zusammenhang ein Pferdekopf, der noch im 14. Jahrhundert in Krefeld auf eine Stange gespießt wurde, um als „Wasserdämon” einem drohenden Hochwasser entgegen zu wirken.

Als Reittier werde das Pferd in Deutschland seit rund 3000 Jahren genutzt, so die Ausstellungsmacher. Neuerungen wie Steigbügel und bestimmte Satteltypen hätten den Einsatz des Pferdes auch in Kriegen gefördert. Über seine kultische und militärische Bedeutung hinaus entwickelte sich das Pferd bald zum Statussymbol.

Zu sehen ist etwa ein mit goldenen Beschlägen und Edelsteinen besetzter Zügel des Fürsten von Krefeld-Gellep aus der Zeit um 530. Den Abschluss der Zeitreise bilden Prunkgeschirre und Medaillons der festlich geschmückten Schlachtrosse aus der Ritterzeit des 12. bis 14. Jahrhunderts.

6 Euro, ermäßigt 4 Euro.