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Maastricht: Ausrufezeichen für Maastricht gesetzt

Maastricht : Ausrufezeichen für Maastricht gesetzt

Die Diagnose ist eindeutig: In Maastricht herrscht Baufieber. Kaum ist das Céramique-Viertel am rechten Maasufer vollendet, geht es ganz in der Nähe schon mächtig weiter. Am Rande der Altstadt auf dem Ufer gegenüber füllt sich allmählich die Grube für das „Mosae Forum” unweit des Marktes.

Und ein anderes, gleichfalls spektakuläres Programm hat schon greifbarere Formen angenommen: Der Bahnhof der niederländisch-limburgischen Hauptstadt erhält einen neuen Flügel, der unter anderem Büros und - unter einem zweistöckigen Kolonnaden-Gang - Geschäfte aufnehmen soll.

Der Entwurf stammt von dem deutschen Star-Architekten Hans Kollhoff, der in den vergangenen Jahren unter anderem in Berlin den Neubau des Auswärtigen Amtes und das Daimler-Benz-Hochhaus am Potsdamer Platz geplant hat. Einen Namen hat sein Maastrichter Gebäude übrigens schon vor der für Frühjahr 2005 geplanten Fertigstellung: Wegen seiner stattlichen Formen hat der Projekt-Entwickler, die vor Ort ansässige Firma „3W”, den Komplex auf den Namen „De Colonel” getauft. Das Investitionsvolumen beträgt rund 45 Millionen Euro.

Sachlich und spektakulär zugleich

Von seiner Gestaltung her bringt Kollhoffs Entwurf einen zugleich sachlichen und spektakulären Akzent in die Stadt. Mit dem großflächigen Einsatz von roten Ziegeln behält der international gefragte Architektauch in Maastricht seine typische gestalterische Handschrift bei. Dabei reagiert er geschickt auf den nebenan liegenden Altbau des Maastrichter Bahnhofes, der in seinem Kern aus dem Jahr 1913 stammt: Dessen Turm mit dem gestuften Giebel, der sich rechts vom Haupteingang erhebt, setzt er einen Eckturm entgegen, der den Neubau abschließt.

Während der lang gezogene Baukörper des Kollhoff-Baus in seinen Grundformen schon jetzt erkennbar ist, gewinnt der Eckturm derzeit noch seine definitive Gestalt. Wie ein Ausrufezeichen wird er mit 15 Stockwerken und einer Höhe von 50 Metern das „Langhaus” krönen, das in seinen beiden unteren Geschossen die Kolonnaden mit den Geschäften und Restaurants aufnehmen wird.

18.000 Quadratmetern

Insgesamt bietet das Gebäude auf 18.000 Quadratmetern Platz für Verkaufs- und Verwaltungsräume. Deren Zuschnitt hat er im Sinne seiner Auftraggeber, zu denen neben „3W” die Immobilien-Gesellschaft der niederländischen Eisenbahnen, „NS Vastgoed”, gehört, variabel gehalten.

Für die Stadt Maastricht steht der prestigeträchtige Neubau in einem größeren Zusammenhang. Kollhoffs Architektur gilt als Hauptelement in einer umfassenden Erneuerung des Bahnhofsviertels mit kleinen Restaurants und Geschäften.