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Aachen: Augenzwinkernde Verbeugung vor der närrischen Jahreszeit

Aachen : Augenzwinkernde Verbeugung vor der närrischen Jahreszeit

„Aachen brahmst Bach”. Auch im ersten Kammerkonzert der Saison ziert Brahms das Programm, und zwar mit dem späten Klarinettentrio in a-Moll, auf das sich Klarinettist Philipp Stümke besonders freut. Hat er doch zum ersten Mal Gelegenheit, das stets im Schatten des Klarinetten-Quintetts stehende Werk zum ersten Mal aufzuführen.

Diesem Hauptwerk des Programms steht mit der „Sonate für Viola zu vier Händen” von P.D.Q. Bach eine augenzwinkernde Verbeugung vor der angebrochenen närrischen Jahreszeit gegenüber, die die Bratschisten Andrew Simpson und Sandra Rehle auf einer Bratsche mit vier Händen und gelegentlich zwei Bögen absolvieren werden.

P.D.Q. Bach wurde als 23. und unbegabtester Sohn des großen Thomaskantors vor 30 Jahren von dem amerikanischen Komponisten Peter Schickele erfunden und geistert seitdem als pfiffiges Phantom durch die Musikgeschichte.

Zuvor gibt es Bohuslav Martinus „Variationen über ein slowakisches Thema” zu hören, das Solo-Cellist Eberhard Beißwänger und Pianist Burkhard Spinnler bereits in ihrer gemeinsamen Bundeswehrzeit vor Offizieren gespielt haben. Die „Fantasie Concertante für Klarinette, Fagott und Klavier” des brasilianischen Meisters Heitor Villa-Lobos unterstreicht die Vielfältigkeit der Besetzungsmöglichkeiten, die das Profil der städtischen Kammerkonzerte prägen, seitdem sie von Mitgliedern des Aachener Sinfonieorchesters gestaltet und durch die „Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde zu Aachen” großzügig unterstützt werden.

Das geschieht seit mittlerweile sechs Jahren, und nach dem Umbau des Spiegelfoyers im Aachener Theater haben sich die Aufführungsbedingungen wesentlich verbessert. Die Zusatzbelastung nehmen die Musiker gern in Kauf, obwohl derzeit anstrengende „Lohengrin”-Proben und die regulären abendlichen Verpflichtungen den Alltag bestimmen.

Die Kammerkonzert-Saison startet diesmal recht spät, dafür erklingen die vier Konzerte (21. Januar, 4. März, 29. April, 20. Mai) in dichter Folge. Im zweiten stehen etwa Werke von Brahms, Britten und Elgar auf dem Programm mit Musik für Gesangsstimme, Bläser und Klavierquintett.

Das erste Konzert findet am Sonntag um 11 Uhr und am folgenden Montag um 20 Uhr statt.