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Hauset: Antonio Máro: Kunst ist seine ganze Leidenschaft

Hauset : Antonio Máro: Kunst ist seine ganze Leidenschaft

75 Jahre alt wird dieser Künstler am Mittwoch, und es würde gar nicht zu ihm passen, wenn er den Geburtstag zu Hause im heimischen Hauset feiern würde.

Antonio Máro ist wieder einmal „auf Tour” mit einer neuen Ausstellung, diesmal in Österreich, in der Städtischen Schlossgalerie Mondsee, wo ihm Sohn Alexander Sergej auf der Gitarre sicher ein meisterliches Konzert-Ständchen geben wird.

Wenn er gerade mal nicht wieder in Südamerika, China, Spanien, Italien, Russland oder wo auch immer auf der Welt unterwegs ist, um die Liebhaber seiner Werke auf einer Vernissage mit seiner Anwesenheit und der ihm eigenen liebenswürdigen, charmanten Art zu beehren, dann lebt er in einem ehemaligen Jagdschlösschen am Ufer der Göhl in Belgien.

Im gleichen Haus in Hauset, in dem General Eisenhower während des Zweiten Weltkriegs die Einnahme Aachens abgewartet hatte - für Máro gerade groß genug, um auch Riesenformate bequem anzupacken.

Antonio Máros Lebensweg ist bestimmt von einer nicht zu bremsenden Leidenschaft für die Kunst - die Malerei und Bildhauerei ebenso wie die Musik. Sie muss ihm bereits in die Wiege gelegt sein, und die stand in einem Ort auf dem Globus, wo man alles andere als künstlerische Wurzeln vermuten würde: in Catacaos, einem Wüstendorf im Norden Perus.

Mit zehn Jahren hört er hier eher zufällig eine Schallplattenaufnahme von Horowitz - ein Schlüsselerlebnis, das zumindest daheim seinen Tagesablauf bis heute bestimmt. Frühmorgens um sechs setzt er sich an den Flügel, um sich einzustimmen mit Bach, Beethoven, Brahms und anschließend zu zeichnen und zu malen.

Doch es war damals ein sehr weiter und steiniger Weg zurückzulegen vom Schwur am Sterbebett seiner Mutter, etwas „Vernünftiges” zu studieren, bis zum international anerkannten Künstler.

Antonio Ramirez - der Künstlername Máro wird später kreiert - studiert zunächst in Deutschland Medizin. Er promoviert, legt aber den weißen Kittel bereits 1967 für immer ab.

Endlich befreit von der Familie und den eigenen beruflichen Ansprüchen, malt er mit dem Eifer des Besessenen ganze Nächte hindurch. Seine ureigene künstlerische Sprache indessen hat er bereits in den fünfziger Jahren über die informelle Malerei des Stuttgarter Kreises um Willi Baumeister gefunden - neben dem Medizinstudium.

1986 dann der internationale Durchbruch auf den Biennalen von Venedig und Sao Paulo. Drei Jahre später folgt auch eine große Ausstellung in der Neuen Galerie - Sammlung Ludwig in Aachen.

Máros Werk ist außerordentlich vielgestaltig, er selbst versteht seine Kunst als Gegenwelt, als Ausdruck des Positiven gegenüber all der erschreckenden Zerstörung und Vernichtung auf der Welt.

Präkolumbianische und christlich-mystische Einflüsse der Spanier kommen in den allerschönsten seiner Gemälde zum Ausdruck.

Glühende Töne der Metallfarben im Kontrast zu erdig-vegetativen Farben, gestische Eruptionen, lustvoll Hingespritztes gegenüber kühl-glatten Farbflüssen, harte kalligrafische Eingriffe in sanft-weiche Farbräume von unendlicher Tiefe - das ist das typische Vokabular der Gegensätze und Spannungen, mit dem Antonio Máro seine Poesie so meisterhaft zu formulieren weiß.

Der künstlerischen Könnerschaft Antonio Máros kann man jetzt in Form eines außergewöhnlichen Kunstkalenders für das Jahr 2004 begegnen, herausgegeben von M. Brimberg Druck und Verlag GmbH, Dresdner Str. 1, 52068 Aachen, wo der Kalender auch bestellt werden kann: 0241/5199-199 (Preis zuzüglich Versandkosten: 49 Euro).

Mar hat eigens für dieses Projekt Bilder gemalt. Der Kalender steht unter dem Motto „Die sieben Jahreszeiten der Farbe” und enthält 15 großformatige hochwertige Kunstdrucke. Idee und Gestaltung stammen von Prof. Dieter Alexander Boeminghaus.

Dieses besondere Kalendarium unterteilt das Jahr symbolisch in sieben Perioden, abgeleitet von den sieben Farben des Regenbogens, stellvertretend für sieben unterschiedliche Aspekte der Zeit, die Máro einfühlsam darstellt. Jede einzelne der sieben Perioden wird durch zwei Abbildungen repräsentiert.