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Aachen: Anspruchsvolle Unterhaltung soll dem Dom helfen

Aachen : Anspruchsvolle Unterhaltung soll dem Dom helfen

Mit einem solchen „Spezialensemble” zum Start in den Beruf hatte er nicht gerechnet: Martin Jankovsky, Jahrgang 1980, Hauptmann bei der Bundeswehr, ist seit Oktober 2006 Leiter des Kammerorchesters und stellvertretender Chef des Musikkorps.

Wenn er am Samstag, 20. Januar, 20 Uhr, beim Benefizkonzert im Krönungssaal des Aachener Rathauses den Taktstock zum Einsatz hebt, erklingt zum ersten Mal ein von ihm neu gestaltetes Programm, bei dem Unterhaltung und künstlerischer Anspruch gleichermaßen im Vordergrund stehen.

Veranstalter ist der Verein zur Erhaltung des Hohen Doms zu Aachen, dessen engagierter Vorsitzender Ralph Leroy die Kammermusiker der Bundeswehr bereits häufiger nach Aachen holen konnte.

Nur Wehrpflichtige, die hoch begabt sind, können in diesem Orchester mitwirken. „Sie müssen schon sehr gut sein, denn bei nur 14 Musikern ist jeder stark gefordert”, betont Jankovsky. Nur sechs Monate sind die jungen Männer hier beisammen. „Und das bedeutet zugleich, dass sie in dieser Zeit rund 50 Konzerte bewältigen”, berichtet der Dirigent.

An der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf hat er sein Studium absolviert, das zur Laufbahn als Militärmusikoffizier gehört. „Genauso wie andere Studenten”, betont er, der während des Semesters allerdings keine Uniform tragen musste. Doch anders als seine Kommilitonen hatte er in den Ferien kaum Freizeit. „Schulungen und Lehrgänge finden in diesen Wochen statt.”

Bei insgesamt 20 Musikkorps, die es neben den Spezialformationen wie der Big Band in der Bundeswehr gibt, verteilt auf ganz Deutschland, bestanden diverse Einsatzmöglichkeiten nach Abschluss des Studiums. „Die Kammermusik ist eine ganz besondere Herausforderung”, freut sich Jankovsky über die Entscheidung, die vom Leiter des Militärmusikdienstes getroffen wurde. Wer in diesem Ensemble mitwirkt, hat die Grundausbildung hinter sich und im musikalischen Bereich interessante Möglichkeiten.

„Die Soldaten können sich weiterbilden, erhalten weiterhin Unterricht und bereiten sich auf die Hochschule vor”, so Jankovsky. „Die Bundeswehrzeit soll für sie kein Nachteil sein.” Auch Frauen gibt es übrigens im Bereich der Musik - allerdings nicht beim Kammerorchester. „Hier sind nur Wehrpflichtige dabei, aber das kann sich ändern. Zwei Interessentinnen haben wir schon.”

15 Jahre hat sich Jankovsky bei der Bundeswehr verpflichtet, rund drei Jahre wird er mit diesem pro Halbjahr fluktuierenden Ensemble verbringen. „Das Rotationsprinzip ist ganz gut, man lernt auch die anderen Bereiche kennen. Routine wird damit vermieden”, meint der junge Hauptmann.

Beim Konzert in Aachen wird er nicht nur die Gruppe der Musiker leiten, sondern auch als Moderator durch den Abend führen, etwas zur Musik in der Bundeswehr und speziell zu den Kompositionen erzählen.

„Ich möchte, dass die Zuhörer mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass wir sie gut unterhalten haben.” Dabei ist das Konzert für Blockflöte F-Dur von Giuseppe Sammartini ein „Ausnahmewerk”, wie Jankovsky versichert: „Mit Tjade Hoffrichter haben wir im Moment einen außergewöhnlichen Solisten dabei. Das muss man einfach nutzen.”

Kammerorchester des Musikkorps der Bundeswehr, am Samstag, 20. Januar, 20 Uhr, im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Auch eine Benefiz-CD mit Werken von Bach, Mozart, Verdi und Tschaikowsky unterstützt den Dom: 12 Euro. Bestellung beim Verein zur Erhaltung des Hohen Doms zu Aachen, Meisenberg 12, 52146 Würselen, möglich.