Düren: Andreas Vollenweider am Freitag bei den Dürener Jazz-Tagen

Düren: Andreas Vollenweider am Freitag bei den Dürener Jazz-Tagen

Ein Jazzfestival ohne Jazz? Nein, ganz so weit gehen sie nicht, die Macher der Dürener Jazztage. Aber die Grenzen des Genres reizen sie nicht nur aus, sie überschreiten sie auch.

Ganz bewusst. Abwechslung heißt die Devise. Möglichst viele Geschmäcker sollen angesprochen werden. Und dabei ist eine neue Dürener Definition des Jazzbegriffs natürlich hilfreich.

So folgt den 17 Hippies und Gitte als Zugpferde der beiden vergangenen Jahre bei der Festivalauflage 2009 der wohl bekannteste Harfenist Europas: Andreas Vollenweider bestreitet das Hauptkonzert am kommenden Freitag (20 Uhr) auf der Open-Air-Bühne vor dem Rathaus.

Wen wundert es, dass er im Vorfeld der Dürener Jazztage verlauten ließ: „Ich würde nie sagen, dass ich Jazz spiele.”

Und dann springt Vollenweider, der vielfach preisgekrönte Klang-Kreative, den Dürenern doch noch zur Seite. „Jazz” sei heute eher ein Sammelbegriff für Musik, bei der Improvisation und Interaktion eine Rolle spielen, sagt der Schweizer und verweist darauf, dass diese Elemente in seiner Musik von zentraler Bedeutung sind. Dem Publikum verspricht er „eine Klang-Reise durch die Gefühle”.

Begleitet wird er auf dieser musikalischen Tour von einem Bläser-ensemble, seiner Percussionsriege und von Hiphop-Vizelweltmeisterin Stefanie Peter.

30 Jahre im Musikgeschäft

Das zeugt davon, dass Andreas Vollenweider auch nach über 30 Jahren im Musikgeschäft noch offen ist für Neues - und dass der Schweizer damit bestens zum Dürener Festival passt. „Air” heißt das aktuelle Album, das Vollenweider live präsentiert.

Von seinen bekannten und unter anderem mit zwei Grammy-Nominierungen geadelten älteren Werken wird natürlich auch eine Auswahl zu hören sein.

Und was bieten die Dürener Jazztage neben dem Schweizer Harfen-Meister? Mit den bekannteren Namen geht es heute Abend los. Albie Donnelly und „Supercharge” sind Teil einer Groove-Party (ab 18 Uhr) auf dem Gelände des Dürener Betriebshofs (Paradiesstraße).

Am Samstag steht ab 20 Uhr mit Pee Wee Ellis ein Mann auf der Hauptbühne vor dem Rathaus, der als musikalischer Leiter einst für den unverwechselbaren Soulsound von James Brown verantwortlich war. An seiner Seite präsentiert der Altmeister - zum ersten Mal in Deutschland - das englische Stimmwunder Clare Teal, die zuletzt in ihrer Heimat als „Vocalist of the year” geehrt wurde.

Größter Zuschauermagnet dürfte wieder die Jazzparade am Sonntag werden, die um 14 Uhr ihren Weg durch die Innenstadt startet. Mit bis zu 50.000 Besuchern rechnet der veranstaltende Jazzclub Düren, wenn die City für ein paar Stunden von der Rur an den Mississippi verlegt wird. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.