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Aachen: André Rieu: Ein Leben für den Walzer

Aachen : André Rieu: Ein Leben für den Walzer

Schon als fünfjähriger Steppke will André in der Familie Rieu die erste Geige spielen: Er beginnt 1954 mit dem Violin-Unterricht. Der Vater, ein Dirigent, fördert das Talent.

In der Rückschau sagt Rieu: „Am Anfang hatte ich große Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren. Meine Geigenlehrerin war nämlich so schön und blond, dass ich mich in sie verliebt hatte und sie immer nur anstarrte, statt auf ihren Unterricht zu hören.”

Mit Anekdoten wie dieser macht Rieu, der weltweit Arenen und Konzerthallen füllt, seine Konzerte zu herrlich amüsanten Erlebnissen.

Im Mittelpunkt steht natürlich seit der Gründung seines Orchesters im Jahr 1987 der Dreivierteltakt, der Walzer: Beliebte Kompositionen von seinen Alben „Strauß & Co”, „In Concert”, „Romantic Moments”, „100 Jahre Strauß”, „Musik zum Träumen” und „Walzertraum” führen bei Rieu-Konzerten meist schon nach wenigen Takten dazu, dass sich das Publikum erhebt und selig im Walzer vor der Bühne kreist.

Und dies nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika und Japan: „In Amerika nennt man mich The King of the waltz oder The Mel Gibson of the violin. Ich glaube, es gibt nicht nur in Deutschland die Liebe zum Walzer, obwohl ich immer wieder sage - und ich lüge nicht -, dass das deutsche Publikum das beste der Welt ist. Es macht so viel Spaß, in Deutschland auf der Bühne zu stehen und zu spüren, dass das Publikum glücklich ist”, lobt Rieu seine Zuhörer.

Das Publikum geht immer mit

„Egal, ob in einer Arena mit 14 000 Zuschauern oder in einem kleinen Saal: Das Publikum weiß, was wir spielen, welche Melodien, und es geht mit. Bei einem romantischen Stück sind sie mucksmäuschenstill, und wenn ich hoffe, dass sie mitmachen, dann machen sie unaufgefordert mit. Das ist natürlich herrlich für einen Künstler auf der Bühne.”

Dabei fing alles ganz klein an: „Nein, ich wollte nicht der Walzerkönig werden. Das hat sich so entwickelt”, erinnert sich der Maastrichter Plattenmillionär. „In meiner Studentenzeit am Konservatorium wurde ich eingeladen, in einem kleinen Salon-Orchester zu spielen, denn der Geiger war ausgestiegen. Ich hatte kein Geld, wollte natürlich was verdienen.

Auf dem Notenpult lag ein Walzer - Gold und Silber von Franz Lehar. Ich weiß es noch ganz genau! Ich spielte ihn, und ich hatte zuvor noch nie Walzer gespielt. Und dieser Rhythmus ging sofort in mein Herz. Es war Liebe auf den ersten Blick. Von diesem Moment an wusste ich, mein Leben wird im Zeichen des Walzers stehen.”