1. Kultur

Aachen/Waldenburg: Als gewitzte „Raubkatze” ist sie Kult

Aachen/Waldenburg : Als gewitzte „Raubkatze” ist sie Kult

Ein Paradiesvogel mit besonders schönen Federn nähert sich Aachen: Das Multitalent Sissi Perlinger ist nach der Berliner Premiere im September mit neuem Programm auf Deutschlandtournee.

Am 18. November, 20 Uhr, wird sie als Gemeinschaftsveranstaltung von Ludwig Forum und Burg Wilhelmstein im Space des Ludwig Forums Aachen ihre facettenreiche Kunst entfalten.

Die Frau, die sich nach dem Abitur ihre Show-Ausbildung als Straßentänzerin in Frankreich verdiente, gilt als Ur-Münchnerin. Als „rotzfrech und schrill” wird die gefeierte Entertainerin oft bezeichnet, doch die vielseitige Künstlerin, die nächstes Jahr ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum feiern kann, hat ihren Erfolg wohl ganz anderen Qualitäten zu verdanken. Auch ihr solider Hintergrund, jahrelange Schauspiel-, Tanz- und Gesangausbildung, ist ungewöhnlich.

Im Gegensatz zu anderen Comedians macht sie sich gern über sich selbst lustig, „statt andere zu verarschen”. Und verarbeitet Konflikte - nicht nur auf der Bühne - durch Esprit und einen Humor, der auch schön schwarz werden darf. Schon als Schulmädchen hatte die Tochter eines Kostüm- und Bühnenbildner-Ehepaares ihre ersten Auftritte - in Marianne Sägebrechts einstiger Kleinkunstkneipe „Tatzelwurm”.

Im Dezember wird das Energiebündel 42 Jahre alt, immer hat sie „fünf Sachen gleichzeitig gemacht” und alle Kraft in die Karriere gesteckt. Ihre farbenprächtigen, fantasievollen Kostüme zeigen oft die schöne gewitzte Raubkatze in ihr und sind längst Kult.

Seit 1986 schreibt, inszeniert und choreographiert Sissi Perlinger ihre ständig ausverkauften Live-Shows selbst. Auch „Wut und Frustration” konnte sie in ihren Programmen loswerden, selbst eigene Krisen auf der Bühne verarbeiten. „Das wurde sehr gut aufgenommen, das verstehen die Leute sofort. Ich bins immer selbst, damit möchte ich Menschen Mut geben.” Dafür lässt sie gern „die Hosen runter, wie die Clowns im Zirkus”.

Frauen und Männer, Menschliches und allzu Menschliches, das ist ihr Thema, köstlich ausgereizt auch in früheren Programmen wie „Mein Herz sieht rot” oder „Von Happyend zu Happyend”. In über dreißig Fernsehfilmen hat sie überdies gespielt, für ihre Rolle in dem Russenmaffia-Thriller „Der letzte Kurier” erhielt sie 1997 den Adolf-Grimme-Preis.

Und was hält die gertenschlanke Frau Perlinger fit und elastisch für ihre oft artistischen Auftritte? Die Frage freut sie regelrecht: „Da ich auch noch in 20 oder 30 Jahren auf der Bühne stehen will, hab´ ich jetzt einen persönlichen Body-Trainer, der mich auf Trab hält.”