Köln: Alecia hinter Spiegeln: Pink in Köln auf den Rummelplatz

Köln: Alecia hinter Spiegeln: Pink in Köln auf den Rummelplatz

Nach gut zwei Stunden leuchten auf der Leinwand die Worte „The End” auf. In der restlos ausverkauften Lanxess Arena haben dann 16.000 Fans einen perfekten Abend erlebt. Denn Alecia Beth Moore alias Pink inszeniert ihre „Funhouse”-Show als Gesamtkunstwerk.

Ein „Funhouse”, so heißt auch Pinks letzte CD, ist eigentlich eine Rummelplatz-Attraktion. Ein Haus der Illusionen. Bewegliche Böden, falsche Wände und Zerrspiegel setzen hier die Physik außer Kraft. Pink bevölkert dieses surreale Kabinett mit Clowns, mit Akrobaten und Tänzern. Hauptattraktion ist die 29-jährige Sängerin selbst.

Sie setzt dabei sie auf Agilität, auf eiserne Muskelkraft und auf eine Stimme, mit der man Löwen bändigen könnte. Ihre Weiblichkeit kommt aggressiv und selbstbewusst daher, und wenn sie sich bei „Just Like A Pill” auf dem Bauch räkelt, dann ist das bloß die zarte Ouvertüre zu weiteren erotischen Exkursionen.

22 Stücke und eine Zugabe präsentieren einen wunderbaren Mix aus den letzten vier CDs. Diese Alecia hinter den Spiegeln nimmt uns, begleitet von ihrer großartigen Band, mit auf eine Reise, die fröhlich, poetisch und gefühlvoll gerät, mitunter aber auch bedrohlich und gefährlich.

Die Aufblasfiguren, die bei „Funhouse” ihre Körper bis zum Gigantenformat anschwellen lassen, sind nur scheinbar lustige Clowns. Der eine hat Vampirzähne, der andere die Grimasse eines Totenschädels. Gegen Pinks Trapeznummer mit Partner - noch viel gewagter als das, was sie vor drei Jahren in Köln zeigte - ist das allerdings Kinderkram.

Am Ende, wenn die Heldin dieses Spiegelkabinetts, im Licht der Scheinwerfer funkelnde Perlen versprühend, noch einmal durch die Lüfte fliegt, herrscht grenzenloses Staunen. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer: Am 15. November, 20 Uhr, gibt Pink ein Zusatzkonzert in der Dortmunder Westfalenhalle.

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